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Wesel
Keer tröch startet ins Jubiläumsjahr

Wesel: Keer tröch startet ins Jubiläumsjahr
Fährleiter Dennis Bohländer tritt in diesem Jahr in die Fußstapfen von Edmund Ramms, der das Schiff 25 Jahre lang sicher über den Rhein gesteuert hat. FOTO: Malz, Ekkehart (ema)
Wesel. Zum Start in die Osterferien präsentiert die RP in einer Serie die schönsten Seiten der Heimat und gibt Tipps für möglichst viel freie Zeit. Los geht es mit der Bislicher Fähre, die morgen ablegt in die neue Saison. Von Michael Elsing

Ab morgen fährt sie wieder, die Keer tröch II und es dürfte nicht mehr viele Menschen am unteren Niederrhein geben, die nicht wissen, was sich hinter diesem Namen verbirgt: Natürlich, die Personenfähre, die von Ostern bis Ende Oktober zwischen Bislich und Xanten Spaziergänger und Radler über den Rhein hin- und herchauffiert, ist gemeint. In diesem Jahr feiert sie ihren 25. Geburtstag und sie hat seitdem nichts von ihrer Anziehungskraft eingebüßt.

Ganz im Gegenteil: Seit sie 1991 wiederbelebt wurde, ist die Zahl der Passagiere stetig angestiegen. Mittlerweile sind es jährlich um die 50.000 Menschen, die sich mit dem Schiff über den Fluss bringen lassen. Fährleiter Dennis Bohländer, der seit diesem Jahr in die Fußstapfen von Edmund Ramms getreten ist, der nach 25 Jahren die Verantwortung in jüngere Hände geben wollte, gehört auch zu den zwölf Fährmännern, die ihre Gäste sicher von einem Ufer an das andere bringen.

Mit der Fähre geht es wieder über den Rhein - die Keer tröch II startet in die Saison. FOTO: Ekkehart Malz

Für ihn sind es die kleinen Randgeschichten, die den Job an den Wochenenden so angenehm gestalten. "Da kommen beispielsweise Rentner mit ihren Enkelkindern, die nur mal eben mit der Fähre fahren wollen, ohne ein konkretes Ziel zu haben", erzählt der 33-Jährige. Und selbstverständlich dürfen die Kinder dann auch mal ins Steuerhaus, um zumindest das Gefühl zu haben, ein Kapitän zu sein. Bohländers gleichaltriger Stellvertreter Florian Kühnen, der schon im Alter von 16 Jahren als Kassierer auf der Keer tröch begann und heute auch zu den Fährmännern zählt, berichtet von Junggesellen-Abschieden auf der Fähre. "Da bekommt man schon mal ein Schnäpschen angeboten, was wir selbstverständlich ablehnen", sagt er und lacht.

Natürlich liegt es auch auf der Hand, dass die Keer tröch II, die 1995 die wesentlich kleinere Vorgängerin Keer tröch I ablöste, auch Stammgäste hat. "Sie fahren jede Saison zigfach mit. Da kennt man sich mittlerweile und hält während der Überfahrt einen kurzen Plausch", so Bohländer. Aber nicht allen Passagieren ist die kurze Fahrt über den Rhein gut bekommen. Das neue Führungs-Duo, das durch seine Beschäftigung beim Wasser- und Schifffahrtsamt Duisburg prädestiniert für seine Aktivitäten auf der Fähre ist, erinnert sich an den Hund, der offensichtlich seekrank wurde und es gerade noch von Bord schaffte, ehe er sich am Ufer übergeben musste.

Im Großen und Ganzen geht es auch in der Hochsaison, wenn es schon mal zu längeren Wartezeiten kommen kann, diszipliniert auf der Fähre zu. "Da müssen wir schon mal den wartenden Radlern mitteilen, dass wir sie nicht mehr mitnehmen können, weil die Fähre sonst zu voll wird oder müssen Kindern schon aus Sicherheitsgründen sagen, dass die Fähre kein Spielplatz ist. Aber der Großteil der Fahrgäste hält sich an die Spielregeln", sagt Dennis Bohländer.

Für den morgigen Startschuss ist die Keer tröch II jedenfalls bestens gerüstet. Eine neue Brandschutzanlage im Maschinenraum wurde ebenso installiert wie ein zusätzliches Alarmsystem und neue Pumpen, die eventuell eintretendes Wasser aus dem Schiff herausbefördern sollen. "Wir sind startklar. Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen", erklären Bohländer und Kühnen einhellig, bevor es morgen in die Jubiläumssaison der Fähre geht, was am 18. und 19. Juni am Fährkopf in Bislich gebührend gefeiert wird.

Quelle: RP
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