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Kreis Wesel
Kein Kind ohne Betreuungsplatz

Kreis Wesel. Das Urteil des Bundesgerichtshofes zum schleppenden Ausbau der Kitas im Lande schreckt die Kommunen in der Region nicht auf. Denn bislang können sie allen Eltern ein Angebot unterbreiten. Von Klaus Nikolei

Das Urteil des Bundesgerichtshofes, wonach Eltern, die sich vergeblich um einen Betreuungsplatz für ihre Kinder bemüht haben, unter Umständen den zuständigen Kreis oder die zuständige Kommune auf Ersatz ihres Verdienstausfalls verklagen können, hat gestern die Schlagzeilen beherrscht. Stellt sich die Frage, ob es auch am Niederrhein Eltern gibt, die ihren Anspruch auf einen Betreuungsplatz einklagen wollen und ob die Kommunen in der Region ausreichend Plätze in Kindertagesstätten oder bei Tagespflegekräften vorhalten. Die RP hörte sich bei den zuständigen Stellen um.

Wesel Ila Brix-Leusmann ist als Fachbereichsleiterin im Weseler Rathaus für das Thema Betreuungsplätze zuständig. Sie ist froh, dass man allen interessierten Eltern einen Platz in einer Tagesstätte oder bei einer Tagespflegeperson anbieten konnte und demnach niemand Grund hat, gegen die Stadt zu klagen. "Wir versuchen, dass die Betreuungslösung dem Wunsch der Eltern möglichst nahekommt. Das gelingt nicht in allen Fällen", sagt Brix-Leusmann und meint damit, dass naturgemäß nicht immer ein Platz im Wunschkindergarten frei ist. "In der Regel ist es aber so, dass die Eltern mit dem Zweitwunsch zufrieden sind oder ihr Kind in eine Tagespflegegruppe geben."

Weil vor allem der Bedarf nach Plätzen für Kinder von ein und zwei Jahren steigt, werden in Wesel neue Kitas geplant beziehungsweise zusätzliche Plätze geschaffen. 2017 soll unter anderem die Lebenshilfe-Kita am Kartäuserweg um eine Gruppe erweitert, womöglich auch eine Übergangsgruppe in der Kita St. Johannes in Bislich eingerichtet werden. Im Hessenviertel, so die Planung, soll im Sommer 2019 eine Einrichtung mit vier Gruppen an den Start gehen. Noch immer ist die Stadt auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück zwischen der Straße Am Nordglacis und der Nordstraße, um dort eine dringend benötigte Tagesstätte errichten zu lassen. Die Versorgungsquote für die Ein- und Zweijährigen in Wesel liegt bei 49 Prozent, für alle Kinder unter drei Jahren bei 33,5 Prozent (Durchschnitt NRW: 25,7 Prozent).

Hamminkeln Wie es mit der Kinderbetreuung in Hamminkeln aussieht, darüber weiß die zuständige Fachdienstleiterin Gabriele Klein Bescheid. Die Mitarbeiterin der Kreisverwaltung ist erfreut mitteilen zu können, "dass wir für alle Eltern im Kreis, für die wir zuständig sind, eine Lösung gefunden haben". In Hamminkeln liegt die Versorgungsquote für die Ein- und Zweijährigen bei 42 Prozent. Nachfrage nach Plätzen für Säuglinge gebe es kaum. "Und wenn, dann bevorzugen die Eltern eine Betreuung bei einer Tagespflegeperson, die meist auch viel flexibler auf Elternwünsche eingehen kann." Nicht zuletzt wegen der vielen Flüchtlingskinder eröffnen im nächsten Jahr die Kitas am Feldrain (Regenbogen) und in Brünen an der Jahnstraße (Mühlenbergkinder) jeweils eine Regelgruppe für Mädchen und Jungen von drei bis sechs Jahren.

Schermbeck "Bestens", so Klein, sieht die Situation in Schermbeck aus. Hier liegt die Versorgungsquote der Ein- und Zweijährigen bei 50 Prozent. Ausbaupläne gibt es dort derzeit nicht.

Hünxe 46 Prozent aller Kinder zwischen zwölf und 36 Monaten werden in Hünxe in Kitas oder bei Tagesmüttern betreut. Im nächsten Jahr eröffnet nach Angaben von Gabriele Klein sowohl der kommunale Kindergarten in Hünxe als auch die katholische Kita in Ortsteil Bruckhausen jeweils eine Gruppe.

Quelle: RP
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