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Hamminkeln
Keine Befragung für Schul-Dependance

Hamminkeln. Mit acht zu sieben Stimmen hat der Schulausschuss bei einer von den Grünen beantragten geheimen Abstimmung entschieden, keine Elternbefragung zum Standort der Gesamtschule durchzuführen. Die Mehrheit entspricht der Zahl der Ausschusssitze von CDU und USD. Es ging um die Frage, Eltern von Kitakindern, Grundschülern und Gesamtschülern zu befragen, ob die Schule an einem Standort (Hamminkeln) oder mit Dependance (Dingden) eingerichtet wird. Zusätzlich hatte die Verwaltung vorgeschlagen, die gesamte Dingdener Bevölkerung zu befragen. Grund sei, so Bürgermeister Romanski, dass die USD 750 Unterschriften aus Dingden für den Erhalt des dortigen Standorts vorgelegt habe und damit das große Interesse dokumentiert sei. Nach der Grundsatzentscheidung kam dies nicht mehr zur Abstimmung. Nun hat der Rat das letzte Wort. Von Thomas Hesse

Die Verwaltung wird mit dem identischen Vorschlag von gestern ins Rennen gehen, also mit der Dingdener Extra-Befragung. Hier haben CDU nun USD 21 Stimmen, die Befragungsbefürworter von SPD, FDP und Grünen 17. Interessant ist, wie der Grüne Dingdener Ratsherr Wanders abstimmt. Der Doppelstandort war 2012 Voraussetzung für die Mehrheit, eine Gesamtschule einzurichten. Befürworter des Einstandortes führen veränderte Rahmenbedingungen an. Am Anfang der Sitzung richteten Pflegschaftsvertreter, Schülervertreterin, Eltern und Leiterin Schmücker Appelle und Fragen an die Befragungsgegner. Die "Fragestunde für Einwohner" kam schnell an ihre Grenzen, als sich eine Befürworter-Politiker-Debatte entwickelte. In der Sache waren diese Positionen zu verzeichnen: Die CDU sieht beim Doppelstandort Sinn in kleineren Einheiten, hält die genannten Kosten für die Sanierung in Dingden zu hoch und will Einsparungen in die Schulausstattung stecken. Die SPD, die den Antrag auf eine Befragung gestellt hatte, will die Eltern "mitnehmen" und neben Dingden auch in Hamminkeln umfragen.

Peter Fege griff Helmut Wisniewski (USD) an, ob der überhaupt im Rat sitzen dürfe, wenn er nicht das Wohl der Gesamtstadt im Auge habe. Der hatte zuvor geäußert, eine politische Entscheidung als Dingdener Lobbyist gegen die Befragung zu treffen. Johannes Flaswinkel (Grüne) stritt für die Befragung, aber gegen eine einzelne in Dingden. Er sattelte als Befragungsort Mehrhoog drauf, als er merkte, dass die FDP aufspringt. Deren Fraktionschefin Silke Westerhoff hatte ihre Enthaltung angekündigt, weil die FDP eine "Bürgerbefragung" will. Sie stimmte nach dem Mehrhoog-Vorschlag wohl für die Befragung. "Wir wollen keine Weseler Verhältnisse, wo über die Eltern hinweg entschieden wurde", sagte sie.

Quelle: RP
 
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