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Hamminkeln
Keine Verkehrszählung für Ortsumgehung

Hamminkeln. Was wollen die Brüner? Westliche, östliche oder gar keine Umgehung? Was vor Ort passiert, ist trotz fortgeschrittenem Gesetzverfahren unklar. Die Verwaltung lehnt nun CDU-Vorschlag zur Zählung ab.

Mit dem Bundesverkehrswegeplan ist kürzlich ein Hamminkelner und Weseler Projekt in den Blickpunkt gerückt worden, das heftige Auswirkungen hat. Es geht um die Südumgehung im Anschluss an die Rheinbrücke und die anschließende Verkehrslenkung, die Wesel-Obrighoven weitgehend verschont, aber die Autos Richtung Autobahn zu einem künftigen Brüner A3-Anschluss lenkt. Der ist nur mit der lange debattierten Brüner Ortsumgehung zu haben. Ob sie kommt und wo, ist umstritten. Sicher ist nur, dass nach dem Beschluss des Bundesverkehrswegeplanes nun die Ausbaugesetzgebung ansteht. Erst dann steht die Priorisierung fest, erst dann kann der Landesbetrieb Straßen mit den Arbeiten beginnen. Die CDU forderte eine zügige Verkehrszählung, die Verwaltung winkt ab. Dabei will das Land kommendes Jahr den Gang der Dinge festlegen.

Die CDU will Daten für unterschiedliche Trassenvarianten bekommen. Im September wurde erstmal in städtischer Regie eine Zählung an der B 70 durchgeführt. Die Messstelle befand sich nördlich der Autobahnbrücke unweit des Mühlenbaches. Die höchste Tagesfrequenz betrug 5779 Fahrzeuge, davon sechs Prozent Lkw. Das ist für eine Bundesstraße keine starke Belastung, heißt es in der Vorlage für den Planungsausschuss. Eine richtige Verkehrsuntersuchung könne nur auf Kosten der Stadt durchgeführt werden und bringe angesichts der Planungshorizonte nicht viel. Mit der B 70-Planung werde - wenn überhaupt - begonnen, sobald die Priorisierung stehe.

Die kann schneller kommen, als man denkt. Im nächsten Wahljahr will die SPD den Durchbruch für die Südumgehung melden, und die Weseler Belange haben in Düsseldorf mehr Durchschlagskraft. Hamminkeln wird das Thema Ortsumgehung angehen müssen. Brisant, denn die östliche Variante würde nur einen Teil des Lkw- und Motorradverkehrs umleiten. Die westliche würde durch die Brüner Höhen führen, was ökologisch fragwürdig wäre. Andere Brüner wiederum finden die Ortsdurchfahrt aus wirtschaftlichen Gründen gar nicht so schlecht. Eine weitere Idee, die von Bürgermeister Bernd Romanski stammt, zielt lediglich auf eine A3-Auffahrt Richtung Arnheim hin. Das würde Verkehr Richtung Ruhrgebiet durch Wesel zwingen. Diskussionsstoff wäre in der Ausschusssitzung am 16. November vorhanden. Romanski: "Im Januar werden wir mit Straßen NRW und dem Verkehrsministerium über Trassenvarianten sprechen. Dann folgt eine Bürgerversammlung in Brünen mit umfassenden Informationen."

(thh)
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