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Wesel
Kies-Gegner liefern Gegengutachten

Wesel: Kies-Gegner liefern Gegengutachten
Blick auf die Baggerseelandschaft zwischen Bislich und Mehrhoog. FOTO: Eden
Wesel. Die Bürgerinitiative Eden geht jetzt mit einer eigenen hydrogeologischen Stellungnahme gegen die geplante, knapp 100 Hektar große Abgrabungsfläche Histenbruch zwischen Bislich und Mehrhoog vor.

Das hat Leo Rehm, Sprecher der Reeser Initiative Eden, mitgeteilt. Die Positionierung sei unter Begleitung von Hydrogeologen entstanden, betont er. Die Genehmigungsfähigkeit des vom Antragsteller Holemans beauftragten hydrogeologischen Antragsgutachtens zweifelt er an.

Nach Ansicht von Eden ergeben sich durch die Abgrabung Bereiche, in denen es bei Hochwasser zu Überschwemmungen kommen kann. "Diese gilt es zu finden und auch dazugehörige quantitative Aussagen zu erstellen, damit im Zusammenhang mit dieser Planung sich ergebende Grundwassererhöhungen, bis hin zu Übertritten erfasst und bewertet werden können", schreiben die Autoren der Eden-Stellungnahme. Bezüglich der geplanten Auskiesung Histenbruch ergäben sich bei einem extremen Hochwasser laut Gutachten für den Bereich des Brüggenhofsees und im neuen Abgrabungsgebiet solch hohe Seepegel, dass es "mit großer Wahrscheinlichkeit mindestens zu nassen Kellern kommen wird". Der Antragsteller Holemans wird aufgefordert, zum Schutz der Bevölkerung exakter zu berechnen, wie sich Niederschlag mit von landseits anströmendem Grundhochwasser und Rhein-Hochwasser beim Zusammentreffen konkret auswirken.

Auf Anfrage hatte das Unternehmen Holemans zuletzt eingeräumt, dass es zu Überschwemmungen kommen kann. Allerdings würden durch zu bauende Wallanlagen solche Wasserübertritte verhindert werden können. Erste Unterstützung für das Vorhaben gibt es von der Politik in Wesel. SPD-Fraktionschef Ludger Hovest hat bereits signalisiert, die Abgrabungspläne positiv zu begleiten. Er betonte dabei auch die touristische Entwicklung Bislichs.

Die Abgrabungsgegner hingegen argumentieren: "Mit dem Abbau von Kies und Sand in dieser Region werden der Natur-, sowie insbesondere der Wasserhaushalt nachhaltig verändert und äußerst wertvolle Böden der unteren Niederrheinterrasse unwiederbringlich beseitigt. Diese massiven Eingriffe in das Grundwasser sind in ihrer Komplexität nie mehr rückgängig zu machen", sagen die Eden-Sprecher Melanie Gronau und Leo Rehm. "In vielen Bereichen ergeben sich zunächst Grundwasserabsenkungen, die aber in bestimmten Situationen, wie zum Beispiel Rheinhochwasserständen oder Grundwasserhochständen genau in das andere Extrem umschlagen können."

Infos auf der Seite www.eden-niederrhein.de. Einwände sind noch bis 16. Juni 2017 möglich.

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