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Hamminkeln
Kinder pflanzen Apfelbaum im Lutherjahr

Hamminkeln: Kinder pflanzen Apfelbaum im Lutherjahr
Handschuhe, Schippe, Gummistiefel: Um den Apfelbaum zu pflanzen, packten die Kinder selbst eifrig mit an. FOTO: Thomas Hesse
Hamminkeln. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald pflanzte im DRK-Kindergarten Dingden. Ziel des Kreisverbandes ist, die Waldpädagogik und damit das Wissen über die Natur zu stärken. Die Kinder halfen fleißig mit. Von Thomas Hesse

"Wenn ich wüsste, dass heute die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen." So zitiert Antonius Dicke den Reformator Martin Luther, um zu beschreiben, warum die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) einen Apfelbaum auf dem grünen Areal des DRK-Kindergartens in Dingden pflanzt. Der Kreisvorsitzende wird in diesen Tagen noch drei weitere Mal im Kreisgebiet zum Spaten greifen, heute etwa an der Nordstraße in Wesel.

Mit Eifer dabei waren in Dingden auch viele Kinder des integrativen Kindergartens. Von der Aktion begeistert, schaufelten sie mit. Auf dem Gelände stehen schon Haselnuss- und Sauerkirschbäume. Demnächst werden auch Elstar-Früchte reifen, was Kita-Leiter Markus Steinkuhl erfreut.

"Die Reformation durch Marin Luther vor 500 Jahren gilt in Deutschland und der Welt als Ausgangspunkt religiöser, sozialer, gesellschaftlicher und politischer Veränderungen", sagte Dicke. Daran erinnern wolle der SDW mit der Pflanzung von 500 Apfelbäumen im Laufe des Jahres. Dabei liege ein besonderes Augenmerk auf alten Apfelsorten und Wildapfel. Auch Obstsorten seien in der modernen Agrarlandschaft nur selten anzutreffen. "Der Erwerbsobstanbau in Deutschland bringt nur etwa 20 Sorten Äpfel in den Handel. Unsere heutigen Sorten sind den Verbraucherwünschen angepasst, genetisch jedoch verarmt", sagte Marie-Luise Fasse, die Landesvorsitzende der Schutzgemeinschaft. Man wolle mit dem Erhalt alter Obstsorten die Vielfalt der Arten fördern.

Dafür bevorzuge der SDW Anpflanzungen in kirchlichen und karitativen Einrichtungen. Grund ist auch eine Botschaft, deren Bedeutung Marie-Luise Fasse so unterstrich: "Das Naturverständnis bei Kindern sinkt. Dagegen wollen wir etwas mit unseren Waldprojekten tun." Nächstes Ziel sei es, "Waldi" einzuführen: ein Umweltmobil, das Kitas und Schulen ansteuert. Ihr mache es selbst Spaß, mit Kindern über Bäume und Natur zu sprechen. "Dann gebe ich gerne die Apfelbaumgeschichte zum Besten. Das ist sehr beliebt", sagte sie. Ohnehin sind Landes- und Bundesverband der Waldfreunde schon pädagogisch unterwegs. Jedes Jahr nehmen 40.000 Kinder an den Waldjugendspielen teil.

Das freute auch Charlotte Quik aus Brünen. Sie war in Dingden vor Ort dabei, ist selbst SDW-Mitglied und fördert als auf dem Land lebende Niederrheinerin das Umweltverständnis.

Quelle: RP
 
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