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Wesel
Kinder testen die Naturarena

Wesel. Debüt auf dem Erlebnisgelände des Naturschutzbundes bei Bislich: Zwei Waldforscher-Gruppen der Bürgerstiftung Kreaktiv waren die ersten offiziellen Führungsgäste. Fazit: Die Entwicklung kann sich prima sehen lassen. Von Fritz Schubert

Jannik freut sich. Acht ist er heute geworden und erlebt mit seiner Freundin Sophia (zehn) einen ganz besonderen Geburtstag. Eine Heuschrecke, einen Grashüpfer, eine Raupe und eine Spinne haben die beiden schon in ihrem Becher. Praktisch, dass der eine eingebaute Lupe hat. Da kann man die Krabbler gleich viel besser sehen. Lange gebraucht haben die Kinder nicht für ihren Fang. Die Wiese gibt genug her für noch mehr Waldforscher der Bürgerstiftung Kreaktiv. Zwei Gruppen zu je 15 Kindern testen die Naturarena Auf dem Mars bei Bislich. Sie sind die ersten offiziellen Führungsgäste. Und sie sind begeistert.

Beeren sind da, Kräuter kommen

In der Tat kann sich die Entwicklung des Erlebnisgeländes schon prima sehen lassen. Es gab zwar schon mal einen "Tag der offenen Baustelle" des Naturschutzbundes (Nabu). Aber inzwischen wächst deutlich mehr. Folien für Teiche und ein Feuchtbiotop sind schon fast gar nicht mehr zu sehen. Eine Wallhecke ist bepflanzt. Ein Weidenflechtzaun umgibt einen Garten voller Beerensträucher. Stachel-, Johannis-, Heidel-, Jostabeere: Alles da, und auch die Aronia, aus der sich eine tolle Marmelade machen lässt, sagt Sabine Tenter. Die Landschaftsarchitektin aus Hünxe begleitet das Projekt. Koordinator Franz-Wilhelm Ingenhorst und Bernd Schürmann aus der Arbeitsgruppe des Nabu freuen sich auf die nächsten Schritte: Umrahmt von einer bereits gepflanzten Hainbuchenhecke plant Tenter ab Herbst einen Kräutergarten mit sechs Themenbereichen: Gemüse- und Heilpflanzen, Gewürz- und Küchenkräuter, Wildkräuter, Zauberpflanzen und Hexenkräuter, Färberpflanzen und ein Stinkgarten. Dieser soll zum Beispiel Muskateller-Salbei enthalten, der nach Schweiß riecht. Und Ysop mit dem Duft der Marke Raubkatze.

Dies können die Waldforscher noch nicht erleben. Dafür kommen sie in den Genuss eines besonderen Unterhalters. Dr. Martin Kreuels, Arachnologe aus Münster, hat als Vater von vier Kindern den richtigen Ton drauf, um seinen Gästen die faszinierende Welt der Spinnen zu erklären. "Ja", sagt er, "das kann man alles essen. Auch die Spinnennetze, weil die nur aus Zucker und Eiweiß bestehen. Aber du brauchst ganz viel Ketchup, denn die schmecken nicht." Mit dem Thema Eiweiß kommt Dr. Kreuels schnell zu den Eiern der Spinne und damit zu dem Grund, warum Vögel bevorzugt Weibchen als Futter für ihre Jungen jagen. Dass der Teich das Erlebnis in der Naturarena für Kinder komplettiert, versteht sich: Hier kann man Libellenlarven finden, Rückenschwimmer beobachten und dabei selbst im Gänsemarsch über die Trittsteine gehen.

Ingenhorst, Schürmann und Tenter freut, dass die Artenvielfalt sichtbar zunimmt. Schließlich wollen sie eine Insel schaffen. Fürs Überleben und Erleben.

Quelle: RP
 
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