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Wesel
Kirchen-Einbrecher erbeuten elf Euro

Wesel: Kirchen-Einbrecher erbeuten elf Euro
Bernhard Heeck reparierte die Türen des Blockhauses neben der Kapelle.
Wesel. Unbekannte richten Schäden an Kirchen, Gemeindehaus und Leichenhallen in Hünxe und Drevenack an.

Seinen Sinn für Humor hat Friedhofsverwalter Sven Domeyer nicht verloren: "Da steht doch extra, wo man klingeln muss", sagt er und verweist auf das Schild, das immer an der Klinke der evangelischen Kirche Drevenack hängt und das er zur Reparatur nun abgenommen hatte: "Der Besuch der Kirche ist möglich" steht darauf. Die Einbrecher, die zwischen Samstag und Sonntag neben der St. Hedwig-Kapelle in Hünxe und dem dazugehörigen Gemeindehaus, auch die Leichenhallen am Friedhof Hünxer Straße und eben die Kirche in Drevenack heimsuchten, wählten den brachialen Weg: Mit einer Brechstange oder Ähnlichem machten sie sich an den Türen zu schaffen. Die Beute: elf Euro. Der Schaden: wahrscheinlich mehrere Tausend Euro.

Irgendwann zwischen Samstag, 18 Uhr, und Sonntag, 8.45 Uhr, haben sie die Kirchentür aufgehebelt, deren Schloss - wie Domeyer bedauert - nicht so massiv wie die Tür selbst war. Die ganze Kirche haben die Einbrecher durchsucht, elf Euro erbeutet. Der Organist entdeckte den Schaden vor dem Sonntagsgottesdienst, rief Pfarrer Helmut Joppien an. "Die haben wohl unseren Tag der offenen Kirche missverstanden", scherzt der Pfarrer. Im vergangenen Jahr sei schon einmal eingebrochen worden. "Das passiert immer wieder", sagt Joppien, "ärgerlich ist der hohe Sachschaden." Auch am Kindergarten fanden sich Hebelspuren - aktuelle oder ältere? Das muss die Polizei noch ermitteln.

Anschließend gingen die Täter offenbar wenige hundert Meter weiter zum Friedhof an der Hünxer Straße - und hinterließen "erheblichen Schaden", so Domeyer. Allein die Schäden am zweiflügligen Portal zur ehemaligen Leichenhalle, die nun als Gerätehaus genutzt wird, beziffert er mit 1000 Euro. Auch an der aktuell genutzten Leichenhalle machten sich die Täter laut Domeyer zu schaffen - scheiterten aber an Tür und Fenster. Ein Anwohner hatte am Samstag, 20.45 Uhr, Geräusche vom Friedhof gehört. Als er nachschaute, sah er einen Unbekannten (dunkle Haare, dunkle Jacke), der prompt die Flucht ergriff.

Als Küster Jürgen Lechtenberg am Sonntagmorgen vor der Messe zur St. Hedwig-Kapelle am Gansenbergweg kam, war er zuerst erfreut: "Ich dachte, jemand sei schon da, um mir zu helfen." Immerhin standen alle Türen des Gemeinde-Blockhauses offen. Die hatten die Eindringlinge, die die Hintertür aufgehebelt hatten, offen stehenlassen. Innen war schon gedeckt - dort sollte am Sonntag eine Konfirmation gefeiert werden. Der Raum, so erklärt Heeck, stehe allen offen. Er betreut das Blockhaus für die Gemeinde, reparierte gestern die Türen provisorisch. Bis Juni sei das Haus an jedem Wochenende vergeben - zum Glück haben die Einbrecher im Innenraum nicht viel zerstört. Eine Holzwand ist herausgerissen, die Schubladen waren durchwühlt. Zuerst hatten die Diebe wohl versucht, die Seitentür des Blockhauses und die Kapelle selbst aufzubrechen - auch hier wurde schon einmal im vergangenen Jahr eingebrochen. Gestohlen wurde nichts. Aber auch hier wurden die Türen stark beschädigt - Lechtenberg schätzt den Schaden auf etwa 1000 Euro - und müssen zum Teil ersetzt werden.

Info Die Polizei geht davon aus, dass es sich in allen Fällen um dieselben Täter handelt, so Andrea Margraf, Sprecherin der Kreispolizei. Hinweise an die Polizei in Hünxe unter der Rufnummer 02858 918100

(aha)
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