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Schermbeck
Kirchen-Jubiläum endet mit der Schöpfungsmesse

Schermbeck. Ein musikalischer Höhepunkt markierte das Ende des Jubiläums 100 Jahre Kirche St. Ludgerus Schermbeck.

Mit der "Schöpfungsmesse" von Luigi Gatti, mit Bezug auf Joseph Haydns "Die Schöpfung" entstanden, hat die Kirchengemeinde St. Ludgerus das Jubiläumsjahr des Kirchbaus beendet. Dieser steht seit 100 Jahren. Mit dem kräftigen "Te Deum" begann der Festgottesdienst am Samstagabend vor Christkönig. Das ist der letzte Sonntag des katholischen Kirchenjahres.

"Ein wunderbarer, schöner Ausklang" werde die Musik, sagte Pfarrer Klaus Honermann zu Beginn. Der große Chor mit rund 45 Stimmen und die zahlreichen Instrumentalisten der Philharmonie Essen füllten den Altarraum. Rund 20 Gastsänger haben sich für das Projekt dem Kirchenchor angeschlossen. Als Solisten waren Sopranistin Katja Müller, Tenor Fabian Strotmann und Bass Wolfgang Tombeux zu hören. Die musikalische Fachwelt lobt Gatti für seinen sensiblen Umgang mit der weltlichen Komposition Haydns. Denn mit seiner "Schöpfungsmesse" gelinge es ihm, den klassischen Aufbau einer Messe mit den Arien des Originals zu verbinden.

Es war im 19. Jahrhundert üblich und beliebt, Chöre und Arien aus Oper und Oratorium in geistliche Werke umzuarbeiten, heißt es.

Die Zuhörer in der gut besuchten Kirche erlebten sehr konzentrierte Musiker und Sänger und ein schönes Ergebnis der Zusammenarbeit. Die Gesamtleitung hatte Kirchenmusiker Josef Breuer, der viel Arbeit in das Projekt investierte. Er begleitete den Gemeindegesang zudem an der Orgel.

Honermann ging in seiner kurzen Predigt auch auf den IS-Terror ein. Menschen, abgelehnt und ohne Chance, folgten "dem Versprechen von Macht", um ihrem Hass freien Lauf zu lassen. Sie wollten von der Ohnmacht zur Macht kommen. Honermann nannte es "unmenschlich", dafür zu töten. "Jeder Mensch ist ein König", sagte er mit Bezug auf den besonderen Tag. Dieser sei "ein Fest der Würde aller". Und: "Die Würde ist, um es mit dem Ruhrgebiet zu sagen, unkaputtbar."

Bereits Ostern begannen die Proben für die "Schöpfungsmesse", sagte Ulla Sprenger. Sonderproben habe es nicht gegeben, so die Vorsitzende des Kirchenchores, dafür sei aber auch in den Sommerferien gearbeitet worden. Einmal wöchentlich wurde geübt. Dabei sah die Planung zunächst anders aus: Die "Jahreszeiten" sollten die Feiern zum Kirchenjubiläum ursprünglich beenden. Das Werk war aber personell nicht realisierbar. Es sei auch durch die Gastsänger nicht aufzufangen gewesen, so Sprenger. Aus Kirchhellen, Wesel und Dorsten kamen diese, um die Schermbecker bei ihrem Projekt zu unterstützen. So wurden aus dem Oratorium zwei Konzertmessen. Dennoch: "Es ist anspruchsvoll", so bewertete die Vorsitzende die gewählte Alternative. Das zeige sich auch an der langen und intensiven Vorbereitung.

Nach der "Schöpfungsmesse" wird am 2. Weihnachtsfeiertag, 26. Dezember, ab 10.30 Uhr die "Pastoralmesse" von Anton Diabelli folgen. Neben dem Chor wirken Solisten und Mitglieder der Essener Philharmonie mit. Dank sagte Sprenger den Sponsoren, den beiden örtlichen Banken und der Ton-Stiftung Nottenkämper. Sie versichert: Ohne ihre Hilfe wären die Chorprojekte nicht zu realisieren.

(rtr)
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