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Wesel
Kirchenschiff soll Kolumbarium werden

Wesel: Kirchenschiff soll Kolumbarium werden
Pfarrer Stefan Sühling, Ludwig Maritzen (Kirchenvorstand), Bürgermeisterin Ulrike Westkamp und ASG-Chef Ulrich Streich (v.l.) sind überzeugt, dass der Plan, aus dem großen Kirchenschiff (Foto links) von St. Franziskus ein Kolumbarium zu machen, gut und richtig ist. Die heutige Werktagskapelle (Foto unten rechts) wird umgestaltet und bleibt als Raum für Gottesdienste erhalten. FOTO: Nikolei
Wesel. Schepersfeld: In St. Franziskus könnten ab Herbst 2018 Urnenbeisetzungen stattfinden - so der Plan von St. Nikolaus und ASG. Von Klaus Nikolei

In der gut 60 Jahre alten Franziskus-Kirche in Schepersfeld ist die Zahl der Besucher seit gut zehn Jahren stark rückläufig. In dem großen Kirchenschiff mit seinen 300 bis 400 Sitzplätzen verlieren sich in aller Regel nur noch 40 bis 50 Gläubige.

"Das ist für eine gute, spirituell fruchtbare Feier des Gottesdienstes nicht hilfreich", sagt Pfarrer Stefan Sühling. Auf der Suche nach einer sinnvollen Nachfolgenutzung für das Gotteshaus wurden auch Gespräche mit der Stadt und dem Betrieb ASG geführt. Gemeinsam ist man zu der Überzeugung gelangt, das große Kirchenschiff als Kolumbarium zu nutzen. Zumal die Nachfrage nach dieser pflegearmen Grabform vorhanden ist. Schon heute werden in Wesel mehr als die Hälfte aller Verstorbenen in Urnen bestattet - Tendenz steigend.

Die Idee einer Urnenhalle ist nicht neu. Vor drei Jahren wurden Pläne, aus der früheren Aussegnungshalle des Obrighovener Friedhofs ein Kolumbarium zu machen, auf Eis gelegt. Vor allem wegen der geschätzten Umbaukosten in Höhe von 500.000 Euro.

FOTO: Klaus Nikolei

Während eines Ortstermins gaben gestern Stefan Sühling, Bürgermeisterin Ulrike Westkamp, ASG-Chef Ulrich Streich und Ludwig Maritzen als Vertreter des Kirchenvorstandes Einblick in die laufende Planung. Der ASG-Betriebsausschuss wird seine Sitzung am 21. September in St. Franziskus abhalten und dort über das Angebot von St. Nikolaus, Kirche und das Grundstück im Rahmen eines Erbbaurechts an die Stadt zu übergeben, informiert. Anschließend muss der Rat der Angelegenheit noch zustimmen.

Damit keine Missverständnisse entstehen, machte Sühling mehrfach deutlich, dass der Standort St. Franziskus "nicht aufgegeben wird. Die Gottesdienste sollen künftig in unserer dann umgestalteten Werktagskirche stattfinden, die auch für Beisetzungsfeierlichkeiten gedacht ist."

FOTO: Klaus Nikolei

"Wenn alles so läuft, wie gewünscht, könnten wir im Herbst 2018 mit der Aufstellung der ersten 200 Urnenkammern beginnen. Der große Kirchenraum bietet sicherlich Platz für 1500 Kammern", sagte Ulrich Streich. Er rechnet mit Investitionskosten in Höhe von insgesamt 160.000 Euro, wobei die Hälfte auf die Erstausstattung mit den besagten 200 Kammern entfällt.

Apropos Kosten: Beim ASG geht man von jährlich 20 Beerdigungen und einer Nutzungsgebühr für 25 Jahre in Höhe von 2200 bis 2400 Euro für eine Doppelkammer aus. Beispielsweise das Kolumbarium in der früheren Kirche St. Barbara in Kamp-Lintfort sei mit 3600 Euro für 15 Jahre viel teurer.

Der Zugang zur "kleinen Kirche St. Franziskus" soll, wie schon heute, durch den Eingang an der Straße Am Birkenfeld erfolgen. Gleichzeitig aber auch durch die Tür eines nagelneuen, barrierefreien Pfarrheims. Das zweigeschossige Pfarrheim mit dem kombinierten Kamin/Glockenturm wird abgerissen. Der Nachfolgebau (inklusive Turm) wird deutlich schmaler, so dass vor der Franziskus-Kita ein Platz entsteht.

Quelle: RP
 
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