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Wesel
Klanglicher Glanz beim Domkonzert

Wesel. Mit der Charakterisierung "Musik der Empfindsamkeit" empfahl sich das pfingstliche Domkonzert. Vielleicht etwas unverbindlich für "Werke aus der Zeit zwischen Barock und Klassik", denn Musik ist immer die Sprache von Empfindungen, und zwar universal. Am Pfingstsonntagabend in der Heresbachkapelle des Willibrordi-Domes stellte das Duo Karla Schröter (Barockoboe) und Willi Kronenberg (Orgel) Werke von wenig bekannten Komponisten jener Zeit vor. Von Hanne Buschmann

Sehr hörenswerte, von den Interpreten aus dem 1987 von Karla Schröter gegründeten Kölner Ensemble "Concert Royal" meisterhaft vorgetragen. Was Willi Kronenberg aus der kleinen Truhenorgel an klanglichem Glanz herausholte, bestach. Sie bewährte sich in Hertels Trio C-Dur für Oboe und obligate Orgel als Partnerin der kraftvollen Barockoboe, deren Klangprofil durch die gerade noch wahrnehmbare Solidität von Holz verstärkt wurde. Auch was das kleine Instrument in Pescettis Sonata VIII in C für Orgel solistisch leistete. ließ staunen. Sogar als Basso-continuo-Instrument sang sie so lebhaft wie die Melodie führende Barockoboe in Linikes Sonata F-Dur. Hiernach kurzer spontaner Applaus. Nun die zwei Duette aus dem III. Teil der Klavierübung für Orgel von dem großen Bach, der sich nie in Kleinigkeiten verlor. Da erhob sich doch leise die Frage, warum hier nicht die große Orgel eingesetzt wurde. Zwar waren aus der kleinen Truhe deutlich zwei Stimmen zu hören, aber das Ganze wuchs etwas weniger überzeugend zusammen. Dagegen wunderbar erhellend, anmutig tänzelnd, natürlich in Mozarts Andante F-Dur KV 616 für Orgel in diesem "Örgelchen". Und wieder spontan geklatschte Zustimmung. Zu Recht, denn es war ursprünglich eine Komposition für eine Spieluhr. Das Genie konnte auch das, und der meisterliche Interpret ebenso. Der Organist hätte noch lieber die große Orgel gewählt, die könne alles. Nach dem Trio d-Moll für Oboe und obligate Orgel von Hertel dankbarer Schlussapplaus für die vorzüglichen Interpreten.

Quelle: RP
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