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Hamminkeln
Klausenhof: Asylherberge für zwei Wochen

Hamminkeln. Seit einer Woche leben Flüchtlinge in der Dingdener Akademie Klausenhof. Insgesamt 108 Menschen sind es derzeit, die dort für wenige Tage betreut werden. Danach geht es weiter. Wohin? Das weiß niemand.

Die Hoffnung trägt sie viele tausend Kilometer weit. Sie ist die einzige Konstante auf ihrer Flucht, bei der die Menschen oftmals bis zum letzten Moment nicht genau wissen, wo sie ankommen werden.

So auch in Dingden. In der Akademie Klausenhof leben derzeit 108 Menschen, die aus Kriegs- und Krisengebieten geflohen sind, etwa ein Viertel davon sind Kinder. Insgesamt zwei Wochen werden sie dort bleiben, ehe es Mitte nächster Woche für sie weiter geht. Wohin, das weiß im Klausenhof niemand.

Auch Malteser-Betreuungsleiter Dirk Fahrland nicht, der mit drei Kollegen den Menschen hilft und die Abläufe wie zum Beispiel Fahrten zu Ärzten und Krankenhäusern organisiert. In der Regel, so Fahrland, wisse man etwa drei Tage vorher Bescheid.

Flüchtlinge - ein gefühlsneutrales Wort, hinter dem sich so viele individuelle Ängste, Sorgen und eben Hoffnungen verbergen. Chei Alexander Asante kam über München, Hamburg, Braunschweig, Dortmund, Bonn und Unna nach Hamminkeln. Auch er weiß nicht, was als Nächstes kommt. Doch der 34 Jahre alte Ghanaer weiß, was er möchte: zurück nach Hamburg, zu seiner Freundin und dem gemeinsamen drei Monate alten Baby, seinen Beruf als Lastwagen-Mechaniker wieder aufnehmen und endlich "ein besseres Leben führen".

Das möchten auch Helena Donkor und Mustapha Suleimana. Sie kommen ebenfalls aus Ghana, doch die Flucht der 29 Jahre alten Krankenschwester und des Studenten (31) dauert mittlerweile sechs Jahre.

Über Libyen und die Mittelmeerinsel Lampedusa ging es für Helena Donkor in die Türkei, ihr Freund Mustapha kam nach Griechenland. Sechs Jahre waren sie getrennt, ehe sie gemeinsam über Mazedonien, Serbien, Ungarn und Österreich nach Deutschland kamen. Über München, Dortmund und Unna ging es weiter nach Hamminkeln.

"Und hier ist es viel, viel besser als alles, was vorher war", sagt Helena Donkor. Im Klausenhof werde man beschützt, gut versorgt und habe Zeit, das Erlebte zu verarbeiten, sagt Mustapha Suleimana "und so den Druck der Vergangenheit loszuwerden".

(pho)
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