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Niederrhein
Klavier-Festival: Drei Flügel füllen die Gebläsehalle

Niederrhein. Endlich hat das Klavier-Festival Ruhr 2016 auch für Duisburg begonnen. In der ausverkauften Gebläsehalle im Landschaftspark Nord gastierte "The Pianos Trio" mit Giorgia Tomassi, Carlo Maria Griguoli und Alessandro Stella. Seit 2010 begeistert das italienische Ensemble bei Martha Argerichs Festival in Lugano, jetzt spielte es erstmals beim Klavier-Festival und auch das erste Mal in unserer Stadt. Im Mittelpunkt seiner Programme stehen Orchesterwerke vor allem des 20. Jahrhunderts, die Griguoli für drei Klaviere bearbeitet. Die Akademische Festouvertüre c-Moll op. 80 von Johannes Brahms und noch mehr "La mer" von Claude Debussy wirkten hier noch ziemlich verwässert, auch durch reichlichen Pedalgebrauch. Nach der Pause erschienen die Konturen deutlich klarer, nämlich das Scherzo "L'apprenti sorcier" nach Goethes Ballade "Der Zauberlehrling" von Paul Dukas und fröhliche vier der 39 Nummern aus der Operette "Moscow-Cheryomushki" op. 105 von Dmitri Schostakowitsch. Dieses Stück verdankt seinen Namen der Trabantensiedlung "Traubenkirsche", die 1956 im Südwesten Moskaus errichtet wurde und als Vorzeigeobjekt des modernen Wohnungsbaus galt. Es geht darin um falsche Propaganda, Baumängel, Funktionärsgehabe und Neid. Von Ingo Hoddick

Vorher kam aber noch das einzige Originalwerk des Abends, "Vaalbara" (2013) von dem 1963 geborenen Carlo Boccadoro. Der Titel des mitreißenden, fast jazzigen Werks stammt von jenem versunkenen Kontinent, der vor über zweieinhalb Milliarden Jahren auf der Erde existiert haben könnte. Bei den beiden passenden Zugaben, darunter der Cancan aus der Operette "Orpheus in der Unterwelt" von Jacques Offenbach, war das Trio auf der Höhe seiner Fähigkeiten angelangt.

Quelle: RP
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