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Hamminkeln
Kleiderkammer Dingden: Dankbarkeit der Flüchtlinge groß

Hamminkeln: Kleiderkammer Dingden: Dankbarkeit der Flüchtlinge groß
Klaus Frede gibt Alex und Hassan Spiele. Die beiden Jungs, vier und zehn Jahre alt, freuen sich. FOTO: Elsing
Hamminkeln. Klaus Frede initiiert eine Aktion, um die etwa 100 Flüchtlinge, die im Klausenhof untergebracht sind, mit Kleidung auszustatten. Von Michael Elsing

Klaus Frede handelte schnell und unbürokratisch. Als das Mitglied der Hamminkelner Senioren-Union und der Dingdener Kleiderkammer im St. Josef-Haus von einer neuerlichen Ankunft von Flüchtlingen in der Akademie Klausenhof in Dingden erfuhr, setzte er sich umgehend mit den Verantwortlichen in Verbindung. Und die wiederum waren sofort begeistert von seiner Idee, Flüchtlinge in der Dingdener Kleiderkammer auszustatten.

Und so kamen gestern Menschen aus Afghanistan, Syrien, Iran oder den Balkan-Staaten in mehreren Etappen mit Bussen ins St. Josef-Haus, um dort kostenlos Kleidung, Bettwäsche oder auch Spielzeug aussuchen zu können. Frede zeigte sich sowohl von den Flüchtlingen als auch von den Menschen, die spontan geholfen hatten, gerührt.

"Das sind schon enorme Schicksale, die man da zu hören bekommt", sagt Frede und berichtet von einer afghanischen Familie mit sechs Kindern, eins davon mit einer schweren körperlichen Behinderung. Nach einer 48-tägigen Odyssee landeten sie schließlich im Klausenhof. "Ihre Freundlichkeit und Dankbarkeit war schon beeindruckend. Sie sprachen kaum ein Wort deutsch, aber ihre Augen sagten alles", erzählt Frede.

Auch in den Augen von Alex (4) und Hassan (10) blitzt es, als Klaus Frede ihnen die Auswahl an Teddybären, weiteren Stofftieren sowie etlichen Bilderbüchern und Spielzeug zeigt. Ohne Gier, aber mit großer Freude nehmen die beiden albanischen Jungen die Geschenke entgegen. Ihre Eltern lächeln dankbar, während sie selbst sich in den vollen Wäsche-Regalen umschauen.

Und dann schildert Frede, wie unkompliziert eine solche Hilfe manchmal ablaufen kann. Beim Frisör-Besuch habe er die Aktion erwähnt. Schon verbreitete sich die Nachricht wie ein Lauffeuer und viele Bürger brachten gleich körbeweise Wäsche und Spielzeug. "Dafür können wir den Menschen gar nicht genug danken. Wir haben sogar völlig unbenutzte Sachen bekommen", so Frede, der aber nicht nur die Spender lobte.

Auch Mitglieder der Hamminkelner Senioren-Union beteiligten sich an der Aktion, in dem sie sich außerhalb der Öffnungszeiten der Kleiderkammer zur Verfügung stellten, um sämtliche Waren entsprechend zu ordnen. Insgesamt sind es an diesem Tag sechs Familien (24 Kinder), die nach einer schrecklichen Vergangenheit und einer ungewissen Zukunft mit dem Nötigsten ausgestattet werden. Frede fasst zusammen: "Es ist für beide Seiten eine erfüllende Sache."

Quelle: RP
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