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Schermbeck
Kleines Museum ganz groß

Schermbeck: Kleines Museum ganz groß
Der ehemalige Trafoturm versorgte 100 Jahre lang Damm mit Strom. Seit 2011 beherbergt er ein Museum. FOTO: Malz, Ekkehart
Schermbeck. Das kleinste Strommuseum der Welt, der Turm in Damm, startet am 1. Mai wieder in die Saison. Das Eröffnungsjahr konnte sich sehen lassen – 400 Besucher und ein Mitgliederzuwachs von fast 20 Prozent. Daran gilt es anzuknüpfen. Von Julia Lörcks

Du sollst im Turmverein sein. Das elfte Gebot, das der Turmverein Damm im vergangenen Jahr aufgestellt hat, nimmt Ernst-Hermann Göbel besonders ernst. Der Vorsitzende des Vereins setzt alles daran, um das kleinste Strommuseum der Welt, den Turm in Damm, bekanntzumachen. Schließlich beginnt am 1. Mai wieder die Saison. "Und wir haben uns viel vorgenommen", sagt Göbel.

Dabei war das vergangene Eröffnungsjahr schon äußerst erfolgreich. So startete nach zwei Jahren Umbauzeit Ende Mai 2011 der museale Betrieb im ehemaligen RWE-Turm am Elsenberg in Schermbeck, der die Ortschaft Damm 100 Jahre lang mit Strom versorgt hat. Alte Telefone, Glühbirnen und Messgeräte sind dort ebenso zu sehen wie Brennscheren, Lockenwickler, Schalttafeln und Netzwerkkarten. "Wir zeigen 700 Gegenstände auf zwölf Quadratmeter Ausstellungsfläche", sagt auch Göbel. 80 Prozent davon sind im Besitz des Vereins, die restlichen Ausstellungsgegenstände stammen aus dem Umspannwerk Recklinghausen, dem Museum für Strom und Leben.

Mit der Übernahme des Trafogebäudes im Jahr 2009 hat sich auch der Turmverein Damm gebildet. Bereits 200 Mitglieder zählte er bei der Eröffnung des Museums, nun sind es 235. Das macht einen Zuwachs von fast 20 Prozent. "Die Mitglieder kommen größtenteils aus Schermbeck, aber auch aus NRW und anderen Bundesländern. Der Weiteste wohnt in Paris", berichtet Göbel im Gespräch mit der RP. Der Franzose sei im vergangenen Jahr zu Besuch in Schermbeck und vom Strommuseum fasziniert gewesen.

Und er ist nicht allein. "Im vergangenen Jahr zählten wir etwa 400 Besucher. Von der Resonanz und dem Andrang waren wir sehr überrascht", sagt auch Elmar Venohr, Pressesprecher des Turmvereins Damm. Er ergänzt: "Die durchweg positiven Rückmeldungen haben uns natürlich bestärkt."

Und deshalb startet der Verein auch voller Energie in die neue Saison. Das erste Highlight findet bereits im Mai statt. "Wir sind beim Naturpark-Festival Hohe Mark am 12. und 13. Mai auf dem Heidhof dabei", sagt Göbel, der außerdem betont, dass die Arbeit mit dem Naturpark verstärkt wird. "Auf dem Außengelände haben wir bereits eine Wanderkarte errichtet. Weitere Aktionen werden folgen."

Bis zum Sommer wird zudem eine E-Bike-Ladestation am Turm errichtet. Dazu kommen das Sommerfest und das jährliche Turmglühen im Dezember. Und dann muss natürlich noch die neue Ausstellung, die alle zwei Jahre wechselt, vorbereitet werden.

Internet Bisherige Berichterstattung unter www.rp-online.de/wesel

(RP/rl)
 
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