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Hamminkeln
Knöllchen gibt es auch in Loikum

Hamminkeln. Die Bürger in Loikum sind wachsam. Dort gibt es zwei Gaststätten, in die vor einiger Zeit eingebrochen wurde. Auch gab's schon ähnliche Taten in Wohngebieten. Nachbarn haben vereinbart, aufzupassen, wenn unbekannte Fahrzeuge auffallen. Von Thomas Hesse

Als jetzt plötzlich ein Wagen stoppte, der Fahrer ausstieg, ein abgestelltes Auto fotografierte, einen Zettel hinter den Scheibenwischer klemmte und verschwand, fand das ein Anwohner merkwürdig. Er notierte sich das Borkener Kennzeichen und sprach später seinen Nachbarn an. Der faltete das hinterlassene Zettelchen auf - und entdeckte ein Knöllchen der Stadt. Der Mann mit dem "BOR" war als Mitarbeiter der Stadt mit dem Privat-Pkw im Einsatz, um den ruhenden Verkehr zu kontrollieren. Die Stadt lässt gezielt Bedienstete auf Falschparker-Pirsch gehen. Schließlich gelte die Straßenverkehrsordnung auch auf dem Dorf, heißt es dazu im Rathaus.

Rechtlich korrekt, aber auch sinnvoll? In Loikum finden es viele "unverhältnismäßig", wie die Stadt Zusatzeinnahmen erzielt. Denn notiert werden Parker, die zum Beispiel gegen die Fahrtrichtung halten oder im verkehrsberuhigten Loikumer Neubaugebiet nicht exakt die Parkbuchten belegen. "Das ist doch übertrieben. Es gibt in Hamminkeln wahrlich genug Stellen, wo Falschparker gefährdend sind", sagt ein Loikumer, der ehrenamtlicher Bürgerbus-Fahrer ist. Etwa im Gewerbegebiet Daßhorst, wo oft behindernd abgestellte Lkw und Anhänger stehen. "Wenn jemand nicht korrekt parkt, ist das zwar ein Fehler, aber kein Vergleich zu Gefahrenpunkten", sagt ein Ehrenamtlicher.

Jedenfalls herrscht Unmut, der auch die rührige Dorfgemeinschaft erreicht. Deren Vorsitzender Thomas Wingerath hat schon bei Bürgermeister Romanski vorgefühlt. Er meint: "Knöllchen für falsches Parken sind rechtens, aber stimmt die Verhältnismäßigkeit? Ich glaube, wir kriegen das hin." Romanski sagt bisher: "Fehlverhalten wie falsches Parken muss geahndet werden."

Loikum hofft nun auf bürgerfreundliche Einsicht, damit der ordnungsbehördliche Aufpasser aus dem Rathaus nicht mehr kommt. Dass der Einsatz des Beamten im Privat-Pkw schon lange Usus sei, wie die Stadt sagt, kann man im Dorf nicht bestätigen. "Hier bei uns ist der Knöllchenschreiber erst seit einigen Wochen gesichtet worden", sagt einer.

Quelle: RP
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