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Wesel
Kock wechselt mit viel Dank und Lob nach Büderich

Wesel. Bewegender Abschiedsgottesdienst für die Feldmarker Pfarrerin in der Friedenskirche. Von Hanne Buschmann

"Wir glauben an Gott, den Ursprung von allem, was geschaffen ist, die Quelle des Lebens, aus der alles fließt, das Ziel der Schöpfung, die auf Erlösung hofft." Dies ist eine der neuen Formulierungen des christlichen Glaubensbekenntnisses. Gesprochen wurde es von der großen Gemeinde, die sich am Samstagabend in der evangelischen Friedenskirche in der Feldmark versammelt hatte, um Pfarrerin Susanne Kock mit guten Wünschen für ihren neuen Weg in die Gemeinde Büderich zu verabschieden.

Susanne Kock, die vor zehn Jahren ihren Dienst in Wesels wachsendem Stadtteil begann, predigt jene uralte Grundidee zum gelingenden Zusammenleben, deshalb auch die Grundidee des Christentums, sie lebt und wagt sie: und zwar so, wie es aufgeschlossene Menschen der heutigen Zeit mitvollziehen können. Ihr Abschied in einer bewegenden Feier in der Feldmarker Friedenskirche weckte Zuversicht. Mit ihrem strahlenden Lachen gewinnt sie Menschen, mit ihrem beherzten Zupacken, ihrem unspektakulären Machen überzeugt sie Menschen und gestaltet mit ihnen die hier erreichbare Lebenswelt freundlicher.

Und wie ihr das gedankt wurde! Wie sie selbst dafür dankte, dass sie ihre individuelle Schaffenskraft ausleben durfte, wie ihr Mann Dr. Christoph Kock mit ihr der noch jungen Gemeinde ein Profil gaben! Das im Gottesdienst nah zu erleben in respektvoll tradierten Riten sowie in zukunftsorientierten Bekenntnissen, ermutigte. Chor, Bläsergruppe, Orgel, Presbyter, Jugendliche - die ganze Gemeinde war eingebunden, einige Kinder saßen mit in den Kirchenbänken. Am Altar in der Kirchenmitte predigte Susanne Kock selbst, unaufgeregt, ehrlich von ihren prägenden Beobachtungen und Erfahrungen. Sie erinnerte dankbar an die Aufnahme der Russlanddeutschen in der Feldmark, an die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie an erste Kontakte mit ihrer künftigen Gemeinde Büderich. Alles "saß im Leben", ohne fremdelnde Anbiederung, wie es kirchliche Ratgeber empfehlen. Kein Satz war überflüssig.

Ebenso klar stellte Superintendent Thomas Brödenfeld die Leistung der Pfarrerin Susanne Kock dar. Ihr "Wirken im Verborgenen" bis zu ihrem jetzigen neuen Aufbruch, bevor er sie von ihren hiesigen Aufgaben entpflichtete und den Segen für das Neue erbat. "Dona nobis pacem" sang der Kirchenchor.

Pfarrer Albrecht Holthuis, Vorsitzender des Presbyteriums der gesamten Evangelischen Kirchengemeinde Wesel, lud die Gäste nach vorn zum Grußwort. Überflüssiges war auch von kundigen Sprechern nicht zu hören. Zuerst Stefan Sühling, Pfarrer der katholischen Schwestergemeinde St. Nikolaus; er pries den Rhein als inspirierend für Brückenbau unter Menschen sowie das im Wein veredelte Lebenselixier Wasser. Er schenkte eine Flasche, nein, keinen Messwein. Unter anderem von der Grundschule Feldmark, aus Drevenack, von Partnergemeinden in Brandenburg und Masuren waren treffliche Worte zu hören. Danach eine Seite lang rhythmisch aufgemischte Lobeszeilen von der Domgemeinde, als Lied vorgetragen von befreundeten Seelsorgern. Darauf schritt eine sonst zurückhaltende Frau aus der Feldmark nach vorn - Moderator Holthuis ließ sie auch. Und jene sagte schlicht geradeheraus den Dank der Menschen, die im Gemeindedienst ständig mit Susanne Kock zu tun hatten. Das war das Beste.

Quelle: RP
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