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Niederrhein
Kommunen müssen sich auf starken Altersanstieg einstellen

Niederrhein. Der demografische Wandel betrifft in der Hauptsache ländliche Regionen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, mit der sich der Sozialverband VdK an die Kommunen und Landräte am Niederrhein gewandt hat. Bei den am Mittwoch im Xantener Haus der Begegnung vorgestellten Zahlen wurde deutlich, dass der Kreis Wesel am stärksten davon betroffen ist. In den kommenden 14 Jahren wird hier die Zahl der Menschen in einem Alter zwischen 65 und 80 Jahren um 58 Prozent ansteigen. Während der Kreis Kleve mit einem Anstieg von 45 Prozent rechnen muss, wird für die Großstadt Duisburg im selben Zeitraum lediglich mit zwölf Prozent mehr Senioren gerechnet. Von Erwin Kohl

Mit dem demografischen Wandel rücken zunehmend Themen wie Barrierefreiheit, bezahlbarer Wohnraum, die ärztliche Grundversorgung oder der öffentliche Personennahverkehr in den Blickpunkt des Interesses. Der Sozialverband VdK, ohnehin in zahlreichen sozialpolitischen Gremien vertreten, möchte sich deshalb künftig vermehrt in die Kommunalpolitik einbringen. "Wir haben über 100 Kommunalpolitiker in unseren Reihen. Damit schaffen wir eine Art kommunales sozialpolitisches Forum", sagt der Kreisvorsitzende Horst Vöge.

Einer dieser Mandatsträger vor Ort ist Volker Markus. Das Xantener Ratsmitglied sieht seine Stadt auf einem richtigen Weg: "Wir haben bereits Mitarbeiter, die als Ansprechpartner zu Themen rund um den demografischen Wandel und die Barrierefreiheit zur Verfügung stehen." Die Gruppe der über 65-jährigen in den Ausschuss für Soziales und Generationen einzubinden, sei ein weiterer Schritt gewesen. Markus: Insgesamt ist die kommunale Empfindsamkeit für Sozialpolitik gestiegen." Für Xanten wünscht sich Markus, dass Anlaufpunkte für ältere Menschen wie Arztpraxen oder das Krankenhaus besser in den ÖPNV integriert werden.

Beim Stichwort bezahlbarer Wohnraum für Senioren hat Horst Vöge eine bedenkliche Entwicklung ausgemacht: "Barrierefreier Wohnraum wird oft in Randgebieten geschaffen, auf die sich der ÖPNV nicht einstellt. Das hat zur Folge, dass ältere Menschen häufig isoliert sind." Dass sozial benachteiligte Menschen mit dem Sozialverband VdK auch künftig einen verlässlichen Partner an ihrer Seite haben, zeigte ein Blick in die Mitgliederentwicklung. "Den 55 Ortsverbänden in den Kreisen Kleve und Wesel sowie der Stadt Duisburg gehören aktuell 24.175 Mitglieder an. Das sind fast doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren", berichtet Robert Walter. Besonders erfreut zeigte sich der Kreisgeschäftsführer darüber, dass der Altersdurchschnitt der Mitglieder gegen den Trend kontinuierlich sinkt. "Momentan beträgt das Durchschnittsalter 61 Jahre. Wir haben sogar 202 Mitglieder unter 25 Jahre", so Walter. Hinzu kommt, dass sich rund 800 ehrenamtliche Mitarbeiter vor Ort um die Menschen kümmern. Das wird gut angenommen, alleine zur monatlichen Sprechstunde im Haus der Begegnung kommen durchschnittlich 15 Ratsuchende.

Quelle: RP
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