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Wesel
Liebeserklärungen der Weseler an ihre schöne Stadt

Steffi Neu ist als WDR 2-Hörfunkmoderatorin vom Niederrhein unter anderem dafür bekannt, dass sie so redet, wie ihr der Schnabel gewachsen ist. Die Verleihung des Konrad-Duden-Journalistenpreises im Rahmen der Auftaktveranstaltung im Jubiläumsjahr bezeichnete die gut gelaunte Moderatorin Samstagabend als "Kick-off für eine geile Zeit - auch wenn die Kollegen von der Duden-Redaktion jetzt zusammenzucken". Von Klaus Nikolei

Mit ihr ungekünstelten und frischen Art ("Mein Navi flippt bei der Anfahrt auf die neue Rheinbrücke immer aus") hatte Steffi Neu einen großen Anteil daran, dass die fast zweieinhalbstündige Veranstaltung im Bühnenhaus zu einem Erfolg wurde.

Besonders gut kamen bei dem erwartungsfrohen Publikum auch die Beiträge der Weseler Produktionsfirma Flaggschiff Film an. Die Macher hatten unter anderem Bürger an ihren Lieblingsplätzen in roten Sesseln aufgenommen und sie beim Adventsmarkt gefragt hatte, was sie an ihrer Stadt so lieben. Auch ein Beitrag über die Geschichte der 775 Jahre alten Stadt, in dem Mitglieder der Hansegilde Kaufleute, edle Damen, Handwerker und Soldaten vor historischen Fassaden dargestellt haben, erhielt reichlich Beifall. Mit herzlichem Applaus wurde Bürgermeisterin Ulrike Westkamp begrüßt, die erstmals nach ihrem schweren Sturz im Dezember des vergangenen Jahres einen offiziellen Termin wahrnehmen konnte und in ihrer Rede Wesel als "eine liebenswerte Stadt für alle Generationen" bezeichnete.

Seine Liebe zu Wesel gestand der aus dem Sauerland stammende Christian Peters, der in der Kreisstadt heimisch geworden ist. Peters, Mitglied der Chefredaktion der NRZ, vertrat RP-Chefredakteur Michael Bröcker als Hauptredner. Bröcker musste, wie berichtet, kurzfristig wegen der Trauerfeier für RP-Herausgeber Gottfried Arnold seinen Auftritt absagen.

"Ich habe hier wieder das Radfahren gelernt", sagte Peters, der dann ausführlich über das Thema "Recht und Schreiben, Schreiben und Recht" sprach und dabei mehrfach auf die wichtige Funktion der unabhängigen Presse verwies - gerade in Zeiten, wo nach den Übergriffen in der Silvesternacht am Kölner Bahnhof in den sozialen Medien hemmungslos schlimmste Hetzparolen gepostet würden. Aufgabe der seriösen Medien sei es, wahrhaftig das zu berichten, was man wisse - aber ohne Vorbehalte und ohne Schere im Kopf.

Quelle: RP
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