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Wesel
Kornschneiden ruft Erinnerungen hervor

Wesel: Kornschneiden ruft Erinnerungen hervor
Das heißt: Mit einem Oldtimer-Traktor wurde am Abend das Getreide geschnitten, anschließend werden die Kronen gebunden. FOTO: Lars Fröhlich
Wesel. Am Sonntag trafen sich die Mitglieder des Heimatvereins Obrighoven-Lackhausen, um das Getreide wie früher zu ernten. Der Verein bereitet sich damit auf das Erntedankfest am 4. Oktober vor.

"Opa, wie macht der das?" - beim Kornschneiden des Heimatvereins Obrighoven-Lackhausen am Sonntagabend konnte so manches Kind von seinen Großeltern lernen. Denn das Korn wurde nicht wie heutzutage üblich direkt auf dem Feld gedroschen, sondern mit traditionellen Gerätschaften aus alten Zeiten geerntet. Auf diese Weise blieben die Ähren des Getreides erhalten, die fleißige Helferinnen im Herbst zu Erntekronen für das Erntedankfest binden werden.

Dank des Oldtimer-Traktors und des etwa 50 Jahre alten Selbstbinders, der das Korn schnitt und zu Garben band, lebten bei den Vereinsmitgliedern alte Kindheitserinnerungen auf. "Unter den Garben, die auf dem Feld zum Trocknen aufgestellt wurden, habe ich mich als Kind immer versteckt", erinnerte sich Gisela Lärz, Sprecherin des Heimatvereins. Karl-Heinz Rohler entsann sich noch ein bisschen weiter zurück. Sein Vater habe das Korn damals noch in Handarbeit mit Sichte und Pick gemäht, erzählte er.

Doch was früher harte Arbeit war, wurde am Sonntag zum Vergnügen. Denn nach getaner Ernte versorgte Erntekönigin Renate Gerten die gesellige Runde mit Getränken und Häppchen. Mit ihrer Regentschaft als Königin setzte die 31-Jährige eine langjährige Familientradition fort. Denn auch ihre Mutter, Tante und Schwester waren schon einmal Ernteköniginnen des Heimatvereins Obrighoven-Lackhausen.

Gerten ist mit der Landwirtschaft aufgewachsen, ihre Eltern betreiben noch heute einen Vollerwerbsbetrieb. "Das Landleben prägt einen fürs Leben", meint die Erntekönigin, die als Betriebshelferin in landwirtschaftlichen Betrieben einspringt, wenn jemand durch Krankheit oder Schwangerschaft zeitweise ausfällt. Wer dieses Jahr in Gertens Fußstapfen als Königin treten wird, steht längst schon fest. Denn Elke Schulte, seit fast 15 Jahren stellvertretende Vorsitzende des Heimatvereins und für die Wahl der Ernteköniginnen verantwortlich, hat schon eine Nachfolgerin ausgesucht. "Wer das ist, bleibt natürlich noch geheim", erklärt sie mit einem verschmitzten Grinsen.

Die neue Königin wird beim Erntedankfest am 4. Oktober in der Reithalle "St. Hubertus" an der Hohen Mark feierlich gekürt. Bis dahin heißt es noch fleißig ernten, Kronen binden und allerhand organisieren.

(kaw)
 
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