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Hamminkeln
Kreisjäger sind stolz auf Rückkehr des Wolfs

Hamminkeln: Kreisjäger sind stolz auf Rückkehr des Wolfs
Der Wolf ist am Niederrhein angekommen. FOTO: dpa
Hamminkeln. Das Landesanstalt für Natur bestätigt, dass in Hamminkeln ein Wolf lebt - zur Freude der Jäger.

Die Kreisjägerschaft Wesel begrüßt die Ansiedlung des Wolfs "ausdrücklich" und sei "stolz darauf, dass es in heimischen Gefilden vielfältige Tier- und Pflanzenarten gibt", wie es in einer Stellungnahme der Jägerschaft zur Rückkehr des Wolfes nach NRW heißt. Dies lasse den Rückschluss auf eine "weitgehend intakte Natur" bei uns zu. Der Wolf sei trotz seiner Scheu ein intelligentes Raubtier, das ins Jagdrecht aufgenommen werden müsse. Die Jäger befürchteten, dass größere Wolfspopulationen dem heimischen Rot-, Reh- und Niederwild "stark zusetzen" werden.

Das Landesumweltamt (Lanuv) hat gestern bestätigt, dass es sich bei dem Raubtier, das Ziegen und Schafe in der Dingdener Heide gerissen hatte, um eine Wölfin handelte. Damit wurde der elfte Nachweis eines Wolfs in NRW erbracht. Die genetischen Befunde lassen eine Zuordnung der Wölfin zur "zentraleuropäischen Population" (Polen, Deutschland) zu. Damit können Einwanderer aus der Apennin-Population (Alpenraum) sowie Zuwanderer aus dem Baltikum oder den Karpaten ausgeschlossen werden - aber offensichtlich auch die Abstammung aus bekannten deutschen Rudeln.

Schäfer Joachim Koop aus Wesel, dessen Herde in der Dingdener Heide, einem Naturschutzgebiet, ein wichtiger Bestandteil ist, nimmt die Entwicklung gelassen: "Ich habe mit dem Wolf keine Probleme. Im Laufe meines Berufslebens habe ich viele Schäden erlebt - von Tierdiebstahl bis zu Rissen durch wildernde Hunde. Die Rückkehr des Wolfes ist gesellschaftlich gewollt, man wird sehen, was dies nach sich zieht." Entschädigungen für getötete oder verletzte Herdentiere sind vorgesehen, auch wenn es keinen Rechtsanspruch gibt. Ebenfalls finanziert die Allgemeinheit Schutzzäune.

Tierische Rückkehrer in NRW FOTO: Uli Stadler nabu

Dennoch sind die Reaktionen vor Ort widersprüchlich. Ein Halter von Wasserbüffeln machte sich Sorgen, weil einige Tiere bald kalben würden. Das Thema Wolf würde alle Weidetierhalter beschäftigen. Helmut Wisniewski aus Dingden aber meint: "Die Leute haben die Situation akzeptiert. Meine Nachbarin zum Beispiel ist weiter mit ihrem Hund in der Heide unterwegs, ebenso wie viele andere Spaziergänger."

(thh)
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