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Hamminkeln
Kreuzschule: Favorit zeichnet sich ab

Hamminkeln. In Mehrhoog läuft alles auf einen Neubau an der Halderner Straße heraus. Eltern wollen vor allem naturnahen Schulhof und gut geregelte An- und Abfahrten. Von Thomas Hesse

Der Neubau der Grundschule Mehrhoog am Standort Halderner Straße dürfte nach der Bürgerinformation nähergerückt sei. Der vom Gutachter-Büro Kommunalberatung genannte Vorschlag fand jedenfalls in der mit rund 50 Teilnehmern (Eltern, Schulvertreter, Verwaltung, Mehrhooger Bürger und Politik) allerdings nicht überzeugend besuchten Veranstaltung die meiste Zustimmung. Für den Neubau an der Halderner Straße hatte sich Schulleiterin Julia Sartingen stark gemacht. Hier - so sehen es auch Gutachter und Schulverwaltung - lässt sich das nötige Raumprogramm mit inklusiver Ausrichtung am besten umsetzen. Es handelt sich aber auch um den Standort, bei dessen Nutzung bei weitem die meisten Bäume fallen. Das interessierte Eltern in ihren Debatteneinträgen wenig. Sie wollten vor allem wissen, ob ein naturnaher Schulhof, genug Parkplätze und staufreie Anfahrtmöglichkeiten gegeben sind.

Zu Beginn der Veranstaltung hatte Bürgermeister Bernd Romanski eine Stunde lang mit einer erschlagenden Fülle an Fakten die gutachterliche Untersuchung referiert. Sie war bereits Thema im Fachausschuss (RP berichtete). Vier Lösungen für die Grundschule Mehrhoog hat das Fachbüro aus Siegen untersucht: Teilsanierung plus Anbau der bestehenden Kreuzschule, deren Komplettsanierung sowie Neubauten an der Bonhoeffer und Halderner Straße. Letztere war aus einer ausführlichen Bewertungsskala als "Preis-Leistungs-Sieger" hervorgegangen. Preislich rangieren alle Varianten zwischen 6,2 und 7,5 Millionen.

Der Standort Halderner Straße liegt mit 6,5 Millionen Investment im Mittelfeld und damit gleichauf mit dem in der Punktebewertung ebenfalls fast gleichauf liegenden Standort Neubau Bonhoefferstraße, der aber wegen des Baurechts mehr Zeit benötigen würde. Kämmerer Robert Graaf machte deutlich, dass er im gerade aufzustellenden Etat Geld für welche Lösung auch immer aufnehmen muss. Ein passendes Polster gibt die Stadtkasse nicht her. Praktisch keine Rolle spielte in der Debatte der ökologische Faktor, was den Verbrauch von Fläche und den Schwund des teilweise sehr schönen alten Baumbestandes betrifft. Auch die Folgenutzung der jetzigen Schule, deren Instandhaltungsgrad die Gutachter bis auf die Hausmeisterwohnung übrigens als überdurchschnittlich bewerten, blieb außen vor und bleibt politisch zu entscheiden.

In der überschlägigen Kalkulation wurde schon berechnet, was eine Grundstücksverwertung für Wohnungsbau einbringen könnte - nämlich bis zu 950.000 Euro. Eine klare Absage kam aus der Runde, was eine Sanierungsvariante mit befristeter Auslagerung der Klassen betrifft. Auch eine überschaubare Zeit von zwei Jahren Unterricht in Containern wollte niemand haben. Sartingen sagte: "Das wäre fatal."

Die Offene Ganztagsschule (OGS) sprach sich für die Halderner Straße wegen der optimalen Anbindung von Grundschule und Ganztag aus. Die Schulpflegschaft hielt fest, dass man "kein Interesse an einem gepflasterten Schulhof hat, sondern eine naturbelassene Situation" unter möglichst weitem Erhalt vorhandene Grüns und Bäumen haben möchte. Allerdings dürfte der Pausenhof, der nach den vorliegenden Skizzen eine Innenhoflösung sein würde, ruhig ein bisschen kleiner sein als derzeit - aus Aufsichtsgründen. Die grundsätzliche Frage, was bei einem Neubau an Frei- und Grünflächen bleibt, wurde nicht beantwortet, die Funktionalität mit gefordertem Raumprogramm hingegen mehrfach hochgehängt.

Dazu weitere Klarheit zu verlangen, ist nun Aufgabe der Politik. Ebenso wie die Entscheidung über den Standort und die Finanzierung. Halderner und Bonhoefferstraße bleiben im Topf. Die Vorstellung der Mehrhooger, die das Gebäude an der Vorthuyser Straße erhalten wollen, dürfte nach Gutachterpräsentation und Debatte keine Chance mehr haben.

Der Rat der Stadt Hamminkeln ist am Donnerstag am Zug.

Quelle: RP
 
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