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Wesel
Kultur und Freizeit mit rotem Hasen

Wesel: Kultur und Freizeit mit rotem Hasen
Erich Globisch am Kraftwerk
Wesel. Auf dem ehemaligen Zechengelände in Dinslaken-Lohberg ist mit dem Bergpark ein Ort entstanden, an dem es einiges zu erleben gibt, gerade im Frühling und Sommer, wenn die Sonne scheint. Und es gibt jede Menge Kunst zu entdecken. Von Florian Langhoff

Es ist noch gar nicht lange her, da war der Bergpark in Lohberg nur ein Teil des ehemaligen Zechengeländes am Standort. Im Oktober 2014 eröffnete der acht Hektar große Park. "Ich kenne das hier bisher nur als Arbeitsplatz", erklärt Friedhelm Nowakowski. Gemeinsam mit Ehefrau Ingrid und der vierjährigen Enkeltochter Eva ist der ehemalige Bergmann an seine alte Wirkungsstätte zurückgekehrt. "Wir wollten mal schauen, wie sich alles entwickelt hat", erklärt er. Seine Enkeltochter freut sich über das Klettergerüst mit den Röhrenrutschen, dass sich auf einer der Bodenwellen im Park befindet. "Das ist ein Ort geworden, an dem man seine Freizeit verbringen kann", sagt der Bergmann.

Die Betätigungsmöglichkeiten im Park sind vielfältig. "Sobald die Sonne da ist, ist hier immer etwas los", erzählt Erich Globisch. Der 62-Jährige ist der gute Geist des Bergparks und verbringt einen Großteil seiner Freizeit auf dem Gelände. Gemeinsam mit Künstler Martin Kaltwasser baute er das "Kraftwerk" im Park. Im Inneren des hölzernen Gebäudes, das von Bürgern des Stadtteils und Schülern der Zimmermannsklassen des Berufskollegs Dinslaken erstellt wurde, kann man mit Hilfe von Pedalkraft Strom erzeugen.

Das Thema "Pedale" ist auch bei vielen Besuchern des Bergparks aktuell. "Es kommen viele mit dem Fahrrad hierher", sagt Erich Globisch. Im vergangenen Sommer richtete er eine kleine Notreparatur-Stelle für Fahrräder ein und flickte die Reifen diverser Drahtesel. Aber auch mit dem Auto reisen Besuchergruppen aus dem gesamten Ruhrgebiet zum Bergpark in Lohberg. Hinzu kommen Vereine aus Dinslaken und Umgebung. "Viele Fußballvereine kommen mit ihren Mannschaften zum Lauftraining", erzählt Erich Globisch. Die ausgedehnte Fläche des Bergparks, die sich von der Hünxer Straße bis auf die Halde zieht, bietet sowohl für Ausdauertraining als auch für ausgedehnte Spaziergänge genügend Platz.

Aber auch Entspannen ist im Bergpark möglich. Die farbig gestalteten Stege ermöglichen einen Blick auf den kleinen Weiher im Herzen des Bergparks. Direkt daneben ist im ehemaligen Wasserturm mit dem "Parkwerk" unter der Regie von Künstlerin Jeanne van Heeswijk ein zentraler Anlaufpunkt entstanden. "Dort gibt es türkischen Tee und Snacks", erklärt Jasmin Schneidewind vom Verein Parkwerk. "Es fehlen allerdings momentan noch die Toiletten." Es ist eben noch nicht alles fertig im Lohberger Bergpark, aber was da ist, kann sich sehen lassen.

So laden gemütliche Bänke zum Verweilen ein und kleine Fitness-Geräte fördern den Bewegungsdrang. Selbst Kunstfreunde kommen zwischen den Grünflächen auf ihre Kosten: Neben dem "Kraftwerk" und dem "Parkwerk" findet sich der rote "Hase", eine Skulptur des Künstlers Thomas Schütte. Der Bildhauer gestaltete unter anderem den vierten Pfeiler des Trafalgar Square in London und stellte eine seiner Skulpturen im New Yorker Central Park aus. Etwas suchen müssen Besucher nach dem Kohlestück "ohne Titel", das der Künstler Jakob Kolding als Erinnerung an die Vorgeschichte des Bergparks auf dem Gelände versteckt hat.

Gleich nebenan gibt es weiteren Raum für Kunst. In der gigantischen Kohlenmischhalle, eröffnete Intendant Johan Simons im vergangenen Jahr mit Pasolinis "Accattone" die Ruhrtriennale. Im März 2017 soll es hier eine weitere große Theaterproduktion mit bis zu 300 Darstellern geben: "Roter März". Das Stück greift die dramatischen Geschehnisse nach dem Kapp-Putsch 1920 auf, die Lohberg deutschlandweit bekannt machten.

Der Bergpark ist, bei allen kleinen und großen Attraktionen, noch nicht fertig. "Wir haben schon an eine Mountainbike-Strecke auf der Halde gedacht", erklärt Erich Globisch. Zudem dürfte auch mit dem nebenan endstehenden Wohngebiet noch mehr Leben in den Park kommen.

Henning Luckow, der ebenfalls das "Kraftwerk" mitgestaltet hat, ist jetzt schon begeistert. "Der Park wird von den Menschen sehr gut angenommen. Dadurch wächst Lohberg immer mehr mit den anderen Stadtteilen zusammen", sagt er. "Außerdem hat man hier die Möglichkeit, mit Menschen, die einen Migrationshintergrund haben, ins Gespräch zu kommen. Und das macht Spaß."

Der Bergpark ist also auch ein Ort der Integration in der Stadt.

Quelle: RP
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