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Hamminkeln
Kunst zwischen Garten und Garage

Hamminkeln: Kunst zwischen Garten und Garage
Künstlerin Claudia Kolbrink (rechts) stellte am Klaferweg aus und schützte die Kunst mit einem Zelt. FOTO: Erwin Pottgiesser
Hamminkeln. Kreiskulturtage: Besucher und Künstler trotzten dem Dauerregen. Band zog ins Wohnzimmer um.

Sie hatten sich so viel überlegt, so viele Gedanken gemacht. Die meisten davon spielten sich im Freien ab. Noch bis früh am Morgen haben die Veranstalter der Kulturtage des Kreises Wesel rund um die Gruppe Mal-Art gehofft und bange Blicke gen Himmel geworfen. Doch es nützte nichts, der Regen war an diesem Sonntag einfach erbarmungslos und so lautete die Parole an diesem Tag vor allem: improvisieren.

Die Niewerth House Band, die am Klafter Weg 28 im Garten spielen sollte, zog um ins Wohnzimmer. Bei geöffneten Türen und in der Hoffnung, dass die Kunstliebhaber auch im Regen den Weg hierhin finden werden. "Im Zweifel wird das hier sonst eine gute Probe", scherzte Eddi Speicher, der die Vater-Sohn-Kombo tatkräftig unterstützte. Auch die Kunstwerke konnten nicht wie geplant im Garten aufgebaut werden. Dafür luden Jos Barends und Erik Timmermanns in die Garage ein. Timmermanns, der aus Amsterdam angereist war, zeigte diesmal vor allem seine Werke, die auf den QR-Codes aufbauen. Es ist seine Art, Gesellschaftskritik zu äußern. "Es ist eine Gesellschaft mit zu viel Information", sagte er. Entstanden sind darauf vor allem Bilder von Autos aus der Erinnerung an seine Jugend. "Sie sind ein wenig aus Melancholie entstanden", gestand er.

Ebenfalls in die Garage ausgewichen ist auch Claudia Kolbring. "Leider ist hier die Beleuchtung schlecht", räumte Jürgen Otto ein. Man habe es zwar mit allerlei Birnchen und Lampen versucht, doch ein wenig gehe die Wirkung natürlich verloren. Die Skulpturen und die Werke von Mo konnten trotz des Regens im Garten aufgestellt werden - zumindest die meisten. Auch hier sollte die Musik dann den Weg von drinnen nach draußen finden.

Und tatsächlich konnte man doch Regenschirme durch die Straßen ziehen sehen, die den Weg entlang des Sieben-Stationen-Kreislaufs auf sich nahmen. Auch Regine Kielmann und Anne Wefelnberg trotzten dem Wetter. "Schade ist es trotzdem", betonten die beiden. Schließlich traue man sich bei dem Wetter auch gar nicht unbedingt in die Wohnzimmer der Menschen einzutreten. "Ich habe da schon ein wenig Berührungsängste", gestand Kielmann. Doch die waren gar nicht nötig, denn die Stimmung der Künstler war allgemein gelöst und gelassen. Besonders natürlich bei denen, die unter dem Wetter weniger zu leiden hatten. Miri Huber, die mit ihrer Poledance-Nummer sowieso im Studio war, freute sich über das sehr unterschiedliche Publikum. "Viele denken bei Poledance immer noch zuerst ans Rotlichtmilieu", räumte sie ein. Doch das sei falsch. "Das ist eine richtige Sportart, die Kraft, Flexibilität und Tanz miteinander verbindet", betonte sie. Immerhin habe sie mit Jara Bauhaus die amtierende deutsche Meisterin in der Jugend-Amateurklasse in ihren Reihen. Zur Schnupperstunde könne jeder nach Anmeldung gerne vorbeikommen, an diesem Sonntag war jedoch noch einige Überzeugungsarbeit zu leisten. In jedem Fall war hier auch wieder das Motto "Kunst und Bewegung" wiederzuerkennen. Ebenso wie im Regenbogenkindergarten, wo erst die Kinder einen tollen Schleiertanz aufführten und dann die Akrobatik-Tanzgruppe "Snakes" aus Bocholt. Sie zeigten eindrucksvoll, zu welchen Kunststücken und Bewegungskunstwerken sie in der Lage sind. Nur der Platz war, da man auch hier nach drinnen ausweichen musste, etwas begrenzt.

(ste)
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