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Wesel
Lärmschutz für Blumenkamp in Sicht

Wesel: Lärmschutz für Blumenkamp in Sicht
Vor genau drei Jahren machten rund 300 Blumenkamper mit einem Fackelzug auf fehlenden Lärmschutz an der Betuwe aufmerksam. FOTO: Malz
Wesel. Auch am dritten Tag der Erörterung zum Ausbau der Bahnlinie machen die Einwender mit beharrlichem Nachfragen Druck. Lichtblick: Bezirksregierung stellt Empfehlung an Eisenbahnbundesamt in Aussicht. Nervenkrieg geht weiter. Von Fritz Schubert

Sitzfleisch, Konzentration und Beharrlichkeit sind gefragt, um den Erörterungstermin zum Ausbau der Bahnstrecke (Stichwort Betuwe) durchstehen zu können. Seit Montag läuft von morgens bis abends in der Niederrheinhalle hinter verschlossenen Türen ein Nervenkrieg. Hier die Bahn, die keinen Zentimeter vom Plan abrücken will, dort die Einwender mit Forderungen nach Schutz für Leib und Leben, Hab und Gut. Und das kontinuierliche Nachhaken, besonders der Blumenkamper und Feldmarker, scheint zu Erfolgen zu führen. Nach RP-Informationen zeigt die Bezirksregierung Düsseldorf, die das Planfeststellungsverfahren leitet, nun Verständnis für den Ruf nach Lückenschluss beim Lärmschutz zwischen Hessen- und Möwenweg. Jedenfalls stellte Versammlungsleiter David Kötz in Aussicht, dem Eisenbahnbundesamt eine Empfehlung zu geben: Lückenschluss mit vier Meter hohem Lärmschutz. Auf diese Empfehlung wurde Kötz gestern immer wieder aufs Neue festgenagelt.

Beobachter und Teilnehmer sind vorsichtig damit, dies bereits als einen Durchbruch zu bezeichnen. Sie hoffen, dass der Druck auf die Bahn und letztendlich die Bundesregierung weiter steigt, um jene Verbesserungen zu erzielen, um die seit Jahren von den Anliegerkommunen und ihren Bürgern gekämpft wird. Munition ist da: Betroffene wiesen beispielsweise auf den Fall einer Behinderten hin, deren besondere Belange nicht berücksichtigt wurden. Auch habe man sich nicht mit dem dafür zuständigen Landschaftsverband Rheinland in Verbindung gesetzt. Auch gestern gab es wieder Kritik, dass manche Gebäude nicht bedacht wurden. Grundsätzlich wird weiter moniert, dass keine Fakten darüber präsentiert werden, wie Erhebungen angestellt wurden.

Auch Flora und Fauna spielen eine Rolle. Hatte die Untere Landschaftsbehörde (Kreis Wesel) am Montag in Sachen Lipperaum kritisiert, dass Wildwechsel nicht berüchtigt worden sei, so trat gestern die Kreisbauernschaft auf den Plan. Sie fragte nach wissenschaftlichen Grundlagen für die Behauptung der Bahn, dass sich Tiere - in diesem Fall Rinder - an wiederkehrende Schallereignisse gewöhnen würden. Des weiteren fragte der Fahrgastverband Pro Bahn nach Lärmschutz für Zugreisende.

Am späten Nachmittag gelang gestern der Einstig ins nächste Themenfeld: Erschütterungen. Auch hier wollen sich die Betroffenen kein X für ein U vormachen lassen und stellen Messmethoden infrage.

Bis morgen Abend ist der Erörterungstermin angesetzt. Wichtige Themen wie Grundstücke und Entschädigungen sowie der Schwerpunkt Sicherheit stehen noch aus. Bislang läuft alles auf eine Verlängerung oder Fortsetzung im neuen Jahr hinaus. Und wahrscheinlich auch auf eine Flut von Klagen.

Quelle: RP
 
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