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Kreis Wesel
Landesgartenschau-Jury schaut sich um

Kreis Wesel: Landesgartenschau-Jury schaut sich um
Der Solist Lukas im Laga-Chor begrüßte die Jury mit dem eigens geschriebenem Lied zur Landesgartenschau. FOTO: Dieker, Klaus (kdi)
Kreis Wesel. Kamp-Lintfort hat der Bewertungskommission gestern einen bunten und fröhlichen Empfang bereitet - mit Flashmob, Laga-Chor und einem Sportfest mit vielen Kindern. Von Anja Katzke

Noch knapp 20 Minuten, bis die Jury auf dem Platz vor dem Panoramabad ankommt. Zeit für eine letzte Probe: Mehr als 200 Sänger stellen sich auf, die Chorleiter Helga Dylla und Bernd Benninghoff geben letzte Anweisungen. Sie wollen die Bewertungskommission, die die Vergabe der Landesgartenschau 2020 empfehlen wird, mit einem "Meer aus Blumen", dem Lintforter Laga-Song, begrüßen. Es ist der Tag, auf den viele Kamp-Lintforter seit Monaten hingearbeitet haben: Die Jury ist am frühen Morgen am Bergwerk West angekommen, um sich ein Bild von Kamp-Lintfort und dem erarbeiteten Gartenschau-Konzept zu machen. Die Stadt hat nur vier Stunden Zeit, um einen guten Eindruck zu hinterlassen.

Während die Verwaltungsspitze die Jury über das nahegelegene Zechengelände an der Friedrich-Heinrich-Allee führt, treffen immer mehr Kamp-Lintforter vor dem Panoramabad ein - die nächste Station auf dem Weg über das potenzielle Gartenschau-Areal mit Bergwerk und Kloster Kamp als verbindende Pole. Die Begeisterung ist groß. Überall strahlende Gesichter. Am Wegesrand sind gebastelte Blumen aufgestellt, viele Laternen und Bäume bunt bestrickt. Müllfahrzeuge mit dem Lintforter Landesgartenschau-Logo bilden die Kulisse.

Die Jury war mit dem Fahrrad durch Kamp-Lintfort unterwegs. FOTO: Dieker, Klaus (kdi)

1000 Schüler haben nur wenige Minuten zuvor die Kommission auf dem Zechengelände mit einem Flashmob überrascht. Barbara Mennekes, Leiterin der Sekundarschule, freut sich über die gelungene Aktion. "Es war ein Erfolg. Damit hätten wir nach der Generalprobe nicht gerechnet. Da ging alles schief." Auf einer Fläche von 30 mal 30 Metern bildeten Schüler ein gotisches Fenster aus Pflanzen. Jürgen Rasfeld, Leiter der Unesco-Schule, zeigt stolz Fotos von der Aktion.

Die Bewertungskommission setzt sich aus elf Experten unterschiedlichster Profession zusammen. "Wir schauen uns heute das an, was uns bereits theoretisch dargestellt wurde. Es interessiert uns, was die Stadt Kamp-Lintfort mit ihrem Konzept erreichen will", sagt Michele Helle, die vom Landwirtschaftsministerium in die Kommission entsandt wurde. Die Jury erkundet das Areal auf grünen Rädern. Die Fahrradkolonne, die kurz vor 11 am Stephanswäldchen vorbeifährt, zieht am Panoramabad alle Blicke auf sich. Bürgermeister Christoph Landscheidt führt die elf Männer und Frauen an.

FOTO: Dieker, Klaus (kdi)

"Es läuft alles einwandfrei", freut sich Christian Mörs von der städtischen Wirtschaftsförderung. Und kaum, dass die Mitglieder der Bewertungskommission abgestiegen sind, erschallt schon aus 200 Kehlen: "Wir wollen ein Meer aus Blumen sehen." Der Song kommt so gut an, dass einige der Juroren im Takt klatschen. Dass die Begeisterung ansteckt, dafür hat sich ein Förderkreis von 350 ehrenamtlichen Kamp-Lintfortern engagiert. Petra Strucken hat die Facebook-Seite des Förderkreises angelegt. "Wir erreichen inzwischen 7645 Menschen", berichtet sie. Einen Kilometer weiter erwartet die Kommission der nächste Höhepunkt. Auf der Hochzeitswiese findet ein Sportfest statt. Kinder spielen Tischtennis, treten zum Sackhüpfen an, tanzen mit Rhythmikbändern und Hula-Hoop-Reifen oder spielen Fußball.

Abschluss der Führung ist der Besuch im Terrassengarten. Bürgermeister Christoph Landscheidt hat später ein gutes Gefühl: "Es war alles generalstabsmäßig vorbereitet und ein voller Erfolg. Die Kamp-Lintforter haben alles gegeben." Gestern Nachmittag besuchte die Kommission die Mitbewerber der Emscher-Region, heute geht es nach Bad Honnef. Die Entscheidung, wer die Laga 2020 ausrichtet, fällt voraussichtlich am 3. November.

FOTO: Dieker, Klaus (kdi)
Quelle: RP
 
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