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Kreis Wesel
Landwirte protestieren gegen Schleuderpreise

Kreis Wesel. 25 Cent für einen Liter Milch, 26 Cent von 200 Gramm Wurst, einen Cent von einem Brötchen - das, was Landwirte für Lebensmittel erhalten, wird immer weniger. "Die Erzeugerpreise für Milch und Fleisch sind in den vergangenen Monaten drastisch gefallen. Die Situation der Bauernfamilien ist seit mehr als einem Jahr äußerst angespannt", sagt Wilhelm Neu, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Wesel. Die rheinischen Bauern haben gestern in den Fußgängerzonen in Gummersbach und Essen-Kettwig für eine höhere Wertschätzung und gegen Schleuderpreise für Nahrungsmittel demonstriert. An einem Stand informierten die Bauern über ihre wirtschaftliche Situation und boten Lebensmittel zu dem Preis an, den Verbraucher bereit wären zu zahlen.

"Der Lebensmitteleinzelhandel übt großen Preisdruck aus. Vier Unternehmen teilen sich 85 Prozent des Marktes auf. Landwirte, die unsere Lebensmittel eigentlich herstellen, erhalten heute im Durchschnitt nur noch 22 Prozent von dem, was Verbraucher an der Ladenkasse ausgeben. Bei Brot und Co. sind es sogar nur noch fünf Prozent", sagte Neu. Während die Erzeugerpreise der Landwirte gesunken seien, hätten sich die Preise für die Verbraucher wenig verändert. Die Spannen blieben bei den Vermarktern, Verarbeitern und dem Lebensmitteleinzelhandel. Gleichzeitig schrieben immer mehr landwirtschaftliche Betriebe rote Zahlen und gerieten unter massiven wirtschaftlichen Druck.

"Die deutschen Bauern wollen nachhaltig produzieren, 77 Prozent der Verbraucher geben an, großes Vertrauen in deutsche Lebensmittel zu haben. Aber ohne wirtschaftlichen Erfolg lässt sich das auf Dauer nicht machen", so Neu. Deutsche Landwirte produzieren laut Neu gute, heimische Lebensmittel, pflegen die Kulturlandschaft und erzeugen erneuerbare Energie. Eine nachhaltige Landwirtschaft und eine Lebensmittelerzeugung zu hohen Standards mit Rohstoffen "Made in Germany" mittel- und langfristig dürfe nicht gefährdet werden. Stattdessen wollten die Bauern mit den Verbrauchern Preise einfordern, die allen Akteuren Raum zum Leben und Überleben gibt.

Quelle: RP
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