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Wesel
"Leben in Wesel" - ein Geschenk an die Stadt

Wesel. Winnie Rüth präsentierte im Scala seinen Wesel-Film. Die Szenen waren von Bürgern gekommen. Von Thomas Hesse

Beifall brandete am Schluss auf und damit feierten sich die Hobby-Filmemacher im rappelvollen Scala auch selbst. Sie hatten die Premiere von "Leben in Wesel" mit privaten Filmbeiträgen und persönlichen Ansichten einer Stadt erlebt, die schöne Seiten hat, die eine ehrliche Haut ist und sich authentisch gibt. So jedenfalls sieht es Winnie Rüth, schon mit mehreren Filmprojekten über Wesel und die Weseler Menschen in Erscheinung getreten, der zur Einsendung von Filmbeiträgen aufgerufen hatte und von Zusendungen überrollt worden war.

Durch acht Stunden Material hatte er sich wühlen müssen und daraus einen professionellen Streifen komponiert, der viele Geschichten erzählt. Der Film, der ohne städtische Förderung entstanden ist, entpuppt sich als eine besondere Art der Dokumentation über das Verhältnis der Bürger zu ihrer Wohn- und Heimatstadt. Er ist nicht nur ein bilderreiches Geschenk an die ihren Geburtstag feiernde Stadt, er hat es auch verdient, im laufenden offiziellen Jubiläumsprogramm gezeigt zu werden.

Begonnen hatte alles mit einem Facebook-Aufruf, zu Wesels 775. Geburtstag die schönen Seiten der Stadt filmisch herauszustellen. Vielleicht musste ein Zugereister auf diese Idee kommen: Winnie Rüth, Lehrer am Berufskolleg, zog vor 30 Jahren in die Kreisstadt. In Zeiten, in denen sich mit jedem Smartphone schnelle Filmsequenzen herstellen lassen, konnte er dann nicht wirklich überrascht sein, als 120 Beiträge zusammenkamen. Schnell kristallisierte sich übrigens der Lieblingsort der Weseler heraus: der Auesee: "Allein daraus hätte sich ein mehrstündiger Film zusammenstellen lassen." Dieser Verlockung ist er nicht erlegen, "Leben in Wesel" zeigt vor allem die Vielseitigkeit der Stadt und worauf der Blick der Menschen fällt. Eine Jury hatte die besten Stellen empfohlen, Mitglied Klaus Schoch sich dazu Erklärsätze und Überschriften einfallen lassen.

Im Film gibt es sehenswerte Bilder aus dem Segelflugzeug, eine Bislicher Fronleichnamsprozession vor niederrheinischer Landschaft, Allzumenschliches aus der Mittagspause einer Kita, lokale Kunst und Musik. Richtig gut wird Wesels Selbstdarstellung bei sympathischen kleinen Geschichten. Köstlich ist zum Beispiel der rasante Lauf des cleveren Ponys, die Bilder der Lippe auf Wasserhöhe - aufgenommen bei einer Kanutour - oder die rappende Oma. Heimlicher Star ist aber Bernhard Kroppmann, der 86 Jahre alt ist. Wie und was er erzählt, ehrlich und direkt, gehört zum Highlight des Wesel-Films.

Quelle: RP
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