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Hamminkeln
Lehrer und Schule an der Grenze angelangt

Hamminkeln: Lehrer und Schule an der Grenze angelangt
Julia Sartingen, die die Mehrhooger Grundschule und auch die Dependance in Wertherbruch leitet, beklagt, dass es keine Förderräume gibt. FOTO: Archiv
Hamminkeln. Unterricht in Zeiten des Flüchtlingszustroms: Im Fachausschuss stellte Julia Sartingen von der Mehrhooger Grundschule die "gute Arbeit" dar. Aber Enge, zu wenig Material und fehlende Betreuer sind Probleme. Von Thomas Hesse

Mit aktuell 231 Anmeldungen werden Hamminkelns Grundschulen im nächsten Schuljahr elf Eingangsklassen bilden können. Das sagte Jürgen Palberg, der für Schulen zuständige Mann im Verwaltungsvorstand, jetzt im Fachausschuss. Damit gibt es einen zahlenmäßigen Puffer für den Fall, dass weitere Flüchtlingsschüler aufzunehmen sind. "Wir können auch aufstocken, wenn Schüler in nennenswerter Zahl kommen", sagte Palberg. Dennoch: Einige Grundschulen arbeiten schon an der Obergrenze. Neue Lehrer sind gefragt, aber kaum zu bekommen.

Julia Sartingen, die die Mehrhooger Grundschule mit der Dependance Wertherbruch leitet, sagte den Schulpolitikern: "Die Arbeit läuft gut, aber bei der Aufnahmekapazität sind wir an der Grenze angekommen." Ein Problem ist die Raumsituation. Bis zu 32 Schülern pro Klasse treffen auf ein beengtes Raumkonzept. "Man weiß in den zu kleinen Räumen nicht mehr, wie man die Schüler setzen soll. Es gibt keine Förderräume, Deutschkurse finden im Keller statt", sagte die Schulleiterin. Dazu kommen Belastungen durch traumatisierte Kinder, für deren Betreuung sie gerne Ehrenamtliche und Freiwillige (Bufdis) einsetzen würde. 25 behinderte Kinder müssen zudem in Sachen Inklusion einbezogen werden. Und: zugewanderte Kinder, die eigentlich in die fünfte Klasse der Gesamtschule gehörten, seien besser in den vierten Klassen der Grundschule aufgehoben, was auch geschehe, so Sartingen. Dazu kommen tägliche Ungewissenheiten. Gestern meldete Sartingen 23 syrische Kinder an der Mehrhooger Schule. Aber: "Das ändert sich schnell. Viele Kinder sind nicht mit ihren Eltern geflüchtet, sondern mit anderen Familienmitgliedern gekommen. Plötzlich sind sie mit denen weg." Sie fände es gut, wenn Familien sesshaft würden in Mehrhoog und so eine Kontinuität entstehen würde.

Natürlich gibt es auch Wünsche an die Stadt Hamminkeln und die Politik. "Wir bräuchten mehr Räume und mehr Material", sagte Sartingen. Unterstützung bekam sie dabei von Hanna Komnick (CDU), die selbst Schulleiterin ist. "Das können wir nur unterstützen. Die Stadt soll Zuschüsse für mehr Material bereitstellen."

Quelle: RP
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