| 00.00 Uhr

Hamminkeln
Leiterin und Lehrer kämpfen für Befragung

Hamminkeln. Vor der Ratsentscheidung am Mittwoch geht die Gesamtschule in die Offensive, um die wahrscheinliche Entscheidung noch zu drehen.

Im Schlussspurt um die Entscheidung über den Standort der Gesamtschule gehen Schulleitung und Lehrerschaft doch in die Offensive. Vor der Ratsentscheidung schickte Direktorin Anette Schmücker ihr "Plädoyer für eine sachorientierte Entscheidung", in dem sie die aus ihrer Sicht wichtigen Punkte für einen zentralen Standort begründet. Wie berichtet, sehen sich CDU und USD an die Entscheidung von 2012 gebunden, eine Dependance in Dingden zu behalten. Damals wurde die Einrichtung einer Gesamtschule beschlossen. Die SPD war für eine Dependance, ist aber erst zur Eltern-, dann zur Bürgerbefragung umgeschwenkt. Die FDP will eine Bürgerbefragung. Die Grünen sind für eine zentrale Gesamtschule. Im Ausschuss wurde der Verwaltungsvorschlag abgelehnt, Eltern plus Bürger zu befragen. Schmücker streitet für eine Eltern- und Bürgerbefragung.

In einem Brief hat sie Aspekte genannt, die die RP in Auszügen vorstellt:

Der Konsens "Die Gesamtschule Hamminkeln hat ein überzeugendes pädagogisches Profil entwickelt und sich durch ihre Arbeit eine hohe Akzeptanz und Wertschätzung erworben. Der Schulträger hat für die bestmöglichen Startbedingungen gesorgt, und alle Fraktionen haben ihren Willen bekundet, weiterhin alles Notwendige zu tun, damit die Schule ein Erfolgsmodell bleibt."

Die Gegenpole Keine Einigkeit herrscht laut Schmücker darüber, ob trotz der seit seit 2012 veränderten Rahmenbedingungen - "Man ging damals von anderen Klassengrößen aus, von weniger Schülern mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf und von anderen Fachraumbedarfen" - der Ratsbeschluss zur Zweistandortlösung Bestand haben soll.

Die Entscheidungsgrundlage "Im Auftrag des Rates überprüften externe Gutachter, welche Umgestaltungen im Schulzentrum wie auch im Gebäude der Kreuzschule in Dingden vorgenommen werden müssten. Sie untersuchten alternativ auch, wie teuer ein Umbau im Schulzentrum und zusätzlich ein Neubau für zwölf Klassen dort wäre. Beide Varianten würden einen vergleichbaren finanziellen Aufwand erfordern." Wie berichtet, wurde die quasi identische Kostenhöhe von großen Teilen der Politik stark bezweifelt, aber eine belastbare Nachprüfung gab es.

Der Unterricht Wesentlich bei der Standortwahl sind die Angebote der Schule. "Aus Sicht der Eltern- und Schülervertretung, der Lehrkräfte und der Schulleitung ist die Zweistandortlösung die schlechtere Lösung, egal welche Jahrgänge am Teilstandort untergebracht wären. Denn die unterrichtliche und pädagogische Arbeit der Lehrkräfte würde unter deutlich schlechteren Bedingungen stattfinden", so Schmücker. In Dingden sei die Frage, "inwieweit und wie tragfähige Alternativen für die nachmittägliche und abendliche Nutzung des Gebäudes der Kreuzschule geschaffen werden können".

Die Politik Schmücker sagt: "Die öffentlichen und veröffentlichten Äußerungen von Mitgliedern einzelner Ratsfraktionen lassen Zweifel daran aufkommen, dass die Argumentation der Schule angemessen berücksichtigt wird. Anstelle von Sachargumenten wurden plakative Formulierungen gewählt, um die eigene Position zu untermauern. Raumbedarfe und Kostenberechnungen wurden pauschal in Zweifel gezogen, ohne dass Alternativen dargelegt wurden. Dass zwei Standorte die bessere Lösung seien wird behauptet, aber nur mit dem Argument belegt, dass ein Schutzraum für die jüngsten Schüler geschaffen würde."

Die Ablehnung der Befragung der Eltern sowie der Dingdener hat laut Schmücker Verärgerung verursacht. Bei der Entscheidung über den Standort ist eine Elternbefragung nicht verpflichtend. "Angesichts der Tragweite dieser Entscheidung für die Schule und damit letztlich auch für die Stadt und im Sinne eines demokratischen Willensbildungsprozesses erwartet die Schulgemeinde eine Ratsentscheidung für eine Befragung der Betroffenen." Man werde dabei von den Schulpflegschaften aller Hamminkelner Grundschulen unterstützt.

(thh)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Hamminkeln: Leiterin und Lehrer kämpfen für Befragung


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.