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Niederrhein
Lieblingsplätze am Niederrhein gesucht

Niederrhein: Lieblingsplätze am Niederrhein gesucht
Auf dem Hausboot: Monika Stallknecht (EAW Kreis Wesel), Alexander Jordans (Wesel Marketing), Tobias Schmitz (Projektleiter "Local Emotion am Niederrhein"), Markus Bremers (document1), Dorothee und Volker Dingebauer. FOTO: document1
Niederrhein. Ein neues Internetportal der Niederrhein Tourismus GmbH sucht hübsche Orte in der Region. Gefördert wird es von der Europäischen Union. Gestern stellten die Initiatoren die Idee vor - an einem Ort, der leicht Lieblingsplatz werden kann. Von Sebastian Peters

Es gibt definitiv schlechtere Orte am Niederrhein, und es gibt wahrscheinlich nur wenige, die noch schöner sind. Auf einem Hausboot der Familie Dingebauer in Diersfordt hat die Niederrhein Tourismus GmbH gestern ihre Idee einer Internetseite präsentiert, die Werbung für die Region machen soll.

Blick auf einen Baggersee, Holzhütte im Rücken, herrliche Herbstsonne, eine Tasse Kaffee: "Wir stehen hier an einem Lieblingsplatz", sagt Tobias Schmitz von der Niederrhein Tourismus GmbH. Er ist beruflich derzeit auf der Suche nach solchen Orten. Auf seiner Internetseite sollen Niederrhein-Besucher und Niederrheiner ihre Lieblingsplätze hinterlassen. Eine Sammlung soll entstehen, die Lust auf einen Besuch dieses Landstrichs macht. Wer seinen Lieblingsort veröffentlicht und bei Facebook viele "Gefällt mir" kassiert, der kann gewinnen - unter anderem einen Kurzurlaub auf dem Hausboot.

Die touristische Vermarktung des Niederrheins läuft stetig, immer mehr Menschen lernen zu schätzen, wie entspannt man in der Region unterwegs ist. Die Besucherzahlen steigen. Hinter diesem Erfolg steckt kein Videoleinwand-Marketing, keine große Fernsehkampagne: Auf entspannte Art soll die Vermarktung des Landstrichs gelingen - indem Menschen vom Niederrhein erzählen.

Seit zwei Tagen ist die Seite www.lieblingsplatz-niederrhein.de im Internet zu finden. 25 Menschen haben ihre Beiträge schon hinterlassen. Aus Sicht von Tobias Schmitz und Markus Bremers von der begleitenden Agentur document1 aus Uedem ist das ein Erfolg. Sie hoffen, dass viele mit einem Eintrag auf dieser Seite ihre Liebe zu diesem Landstrich zum Ausdruck bringen. Einerseits mit Bildern, andererseits auch textlich, indem sie Geschichten zu diesen Orten aufschreiben. "Die Idee, Lieblingsplätze zu sammeln, ist zumindest für den ländlichen Raum so noch nicht realisiert worden", sagt Tobias Schmitz. Er verweist darauf, dass die Beiträge auch bei Facebook und Instagram gepostet werden können.

Der übergreifende Projektname lautet "Local Emotion am Niederrhein" - und auch wenn kaum etwas weniger zu so einem bodenständigen Landstrich passt wie dieser Titel, so sehen die gestern versammelten Tourismusexperten in der Plattform eine echte Hilfe bei der touristischen Vermarktung der Region.

Drei Jahre läuft die Förderung durch den "Europäischen Fonds für regionale Entwicklung", Start war am 1. Juli 2016, bis Sommer 2019 läuft die Förderung noch. Eine Million Euro stehen zur Verfügung, unter anderem für die Internetseite.

Bis Sommer 2019 sollen die Lieblingsorte auf den Niederrhein beschränkt bleiben. Entwickelt sich die Seite zum Erfolg, so kann sich Tobias Schmitz vorstellen, dann sei das Projekt auch skalierbar, dann könnten andere Regionen mit einsteigen. "Das Projekt ist dynamisch, wir sind offen", sagt Markus Bremers, der mit document1 die Internetseite erstellt hat.

Außerdem sollen Printprodukte erscheinen, die mit einer ähnlichen Idee den Niederrhein präsentieren. Mit im Boot der Niederrhein Tourismus GmbH sind die Städte Krefeld und Mönchengladbach, der Naturpark Schwalm-Nette und die Entwicklungsagentur Wirtschaft (EAW) des Kreises Wesel. Monika Stallknecht von der EAW zeigte sich gestern angetan von der Idee. "Im Kreis Wesel gibt es sicherlich viele Lieblingsplätze zu nennen, und manche auch, die wir vielleicht noch nicht kennen."

Wichtig aus Sicht der Initiatoren: Eine Werbeplattform soll die Seite nicht werden. Deshalb sollen nur solche Beiträge eingestellt werden, mit denen keine monetären Interessen verbunden sind. "Die Etikette wird von uns beachtet, als Ultima Ratio können wir Beiträge auch löschen", sagt Tobias Schmitz.

Profiteure dieser Plattform sollen am Ende Betriebe wie der von Volker und Dorothee Dingebauer sein. Sie hatte vor Jahren die Idee von Hausbooten neben ihrem landwirtschaftlichen Betrieb. Schon im ersten Jahr liegt die Buchungszahl weit über dem, was die beiden einst kalkuliert hatten. "Viele kommen aus dem Ruhrgebiet oder dem Rheinland, wir haben aber auch Gäste aus Süddeutschland, Berlin und der Schweiz hier gehabt." Sie haben gefunden, was die Initiatoren auf der Internetseite suchen: einen Lieblingsplatz.

www.lieblingsplatz-niederrhein-de

Quelle: RP
 
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