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Wesel/Hünxe
Lkw-Spezialist Kroll zurück in Wesel

Wesel/Hünxe: Lkw-Spezialist Kroll zurück in Wesel
Kroll-Geschäftsführer Jens Skowronnek und Service-Center-Leiter Herbert Wolterinck freuen sich über gut gefüllte Auftragsbücher. FOTO: Klaus Nikolei
Wesel/Hünxe. Vor zwei Jahren verließ das Traditionsunternehmen den Standort Rudolf-Diesel-Straße und zog mit 120 Mitarbeitern nach Buchholtwelmen. 20 Fachkräfte sind zurückgekehrt in die zum Truck & Service-Center umgebaute alte Werkstatthalle. Von Klaus Nikolei

Vor zwei Jahren schien es so, als sei für die traditionsreiche Firma Kroll das Kapitel Wesel ein für alle Mal beendet. Damals zog nämlich der Spezialfahrzeug-Hersteller mit seinen 120 Mitarbeitern aus dem Gewerbegebiet Rudolf-Diesel-Straße nach Hünxe-Bucholtwelmen in die dort neu errichtete Fabrikationsstätte (siehe Infobox). Doch nun kehrt ein Teil des mittlerweile 150-köpfigen Kroll-Teams zurück an die alte Wirkungsstätte unweit von Real.

In der für mehrere 100.000 Euro aufwendig renovierten und umgebauten Werkstatthalle ist das neue Kroll Truck & Service-Center untergebracht, in dem 20 Fachkräfte beschäftigt sind. Am Freitag wird die Kroll-Dependance offiziell eröffnet. Rund 100 Gäste werden erwartet. Darunter die Inhaber-Familie Rothenberger, der Vorstand der Rothenberger AG, ausländische Kunden und Geschäftspartner sowie weitere Vertreter aus Wirtschaft und Verwaltung. Bürgermeisterin Ulrike Westkamp wird ein Grußwort sprechen. Sie und Wirtschaftsförderer Johannes Opgen-Rhein werden froh sein, dass es mit der Rückkehr von Kroll einen Industriegebäude-Leerstand weniger in Wesel gibt.

"Ursprünglich wollten wir das ganze Areal mal verkaufen, haben uns dann aber anders entschieden. Was für ein Glück, dass wir es nicht getan haben", sagt Kroll-Geschäftsführer Jens Skowronnek. Denn mit dem Service-Center hat sich das Unternehmen ein neues und zweifelsohne gewinnträchtiges Standbein geschaffen. Denn die Nachfrage von Kommunen und privaten Firmen, die bei Kroll in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten umwelttechnische Entsorgungsfahrzeuge für flüssige Abfallstoffe und andere Spezialfahrzeuge für Rohr-, Kanal- und Industriereinigung bestellt haben und diese nun aufwendig instand setzenlassen wollen, steigt stetig an. Aber nicht nur eigene Fahrzeuge, die in ganz Europa und unter anderem auch in Australien im Einsatz sind, werden künftig in Wesel repariert. "Wir nehmen auch Fahrzeuge von Mitbewerbern, um sie nach Kundenwünschen umzubauen oder um große Reparaturen durchzuführen", sagt Jens Skowronnek, der nur zu gerne durch die Werkstatthalle führt, in der Maler eifrig damit beschäftigt sind, letzte Arbeiten kurz vor der Eröffnungsfeier durchzuführen.

Kurz vor der offiziellen Eröffnung des Truck & Service-Centers am Freitag, hat die Sonsbecker Werbeagentur Die Zwillinge ein weithin sichtbares Kroll-Fahrzeug-Werbeposter an die Glasfassade der Werkstatthalle geklebt. FOTO: Klaus Nikolei

In fast allen der neun "Depotboxen" stehen reparaturbedürftige Lkw mit zum Teil riesigen Tanks. Einer hat ein belgisches Kennzeichen, ein anderes Fahrzeug kommt aus Rumänien. "Die meisten unserer Kunden haben ihren Firmensitz im Radius von 200 Kilometern", erzählt Diplom-Ingenieur Skowronnek und betont - nicht ohne Stolz -, dass die Auftragsbücher für die nächsten Wochen schon mehr als gut gefüllt sind. Und dann verrät er noch, dass man künftig auch Gebrauchtfahrzeuge aufkaufen möchte. Die sollen dann überarbeitet und an Firmen im Ausland exportiert werden, die sich womöglich in der Gründungsphase befinden und noch nicht über genügend Kapital verfügen, bei Kroll ein nagelneues Fahrzeug zu bestellen.

Noch ist unklar, was aus dem ehemalige Kroll-Verwaltungsgebäude mit der markanten Waschbeton-Fassade (400 Quadratmeter Bürofläche) direkt an der Werkseinfahrt und den dahinterliegenden Hallen (etwa 1000 Quadratmeter Nutzfläche) werden soll. Koll möchte die Gebäudeteile gerne vermieten. Einen konkreten Interessenten gibt es aber noch nicht.

Quelle: RP
 
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