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Hamminkeln
Lösung für Raiffeisenstraße doch in Sicht

Hamminkeln. Die CDU und die Grünen wollen den Ratsantrag auf Veränderungssperre zurückziehen. Denn nach aktuellen Verhandlungen sieht es so aus, dass das gesamte Projekt in der Hamminkelner Mitte verkleinert wird. Von Thomas Hesse

Hinter den Kulissen wurde nach dem Stopp für die Bebauungspläne in der Hamminkelner Ortsmitte heftig weiterverhandelt. In der vergangenen Woche loteten Investoren und Planer erneut aus, ob sich bei ihren beiden Projekten an der Raiffeisenstraße doch eine gemeinsame Linie bezüglich der Höhe und des Volumens der Bauten finden lässt. Nur eine Einigung kann den Weg aus dem Planungsstau weisen, der vor einigen Wochen das lang ersehnte Vorhaben zur Lückenfüllung im Ortskern plötzlich ausgebremst hatte. Kennzeichen für den veränderten Stand ist die Absicht von CDU und Grünen, den für den Rat am Mittwoch vorgesehenen Beschluss einer Veränderungssperre auszusetzen. Diese im Ort zu hörende Information bestätigte gestern Planungsausschussvorsitzende Anneliese Große-Holtforth.

"Es zeichnet sich bei dem Projekt eine Einigung ab. Wir wollen dies nicht durch eine Veränderungssperre beeinflussen. CDU und Grüne begrüßen die Entwicklung", sagte Große-Holtforth auf Anfrage der RP. Konkret nannte sie die nächste Sitzung des Planungsausschusses am 29. Juni, in dem die neue Planung vorgestellt und der Durchbruch erzielt werden könnte. Als erster Schritt bedeutet dies, auf den Antrag der Grünen zu einer Sperre zu verzichten.

Im letzten Planungsausschuss hatte Ratsfrau Gisela Brick (Grüne) beantragt, das Thema am Mittwoch im Rat zu behandeln. Der entsprechende Beschluss fiel einstimmig. Ziel ist es, architektonischen Wildwuchs in zentraler Lage durch unterschiedliche Investoreninteressen zu vermeiden. Planungsrechtliches wirksames Mittel dazu ist besagte Veränderungssperre. Anlass dazu waren in letzter Minute verkündete Änderungen eines Investoren nach starker Kritik am geplanten Gebäudevolumen. In einem Schreiben soll Investor Schneiders über seinen Architekten mitgeteilt haben, dass man die vorgesehene "Höhenentwicklung" von 13,70 Meter für den hinteren Grundstücksbereich mit dem ersehnten Drogeriemarkt und Wohnungen nicht weiter verfolgen wird - heißt: Der Komplex soll um ein Geschoss reduziert werden. Hingegen hielt Investor Schleiting an den Größenverhältnissen seiner Planung an der Ecke Raiffeisen- und Blumenkamper Straße fest. Die Politik reagierte nicht nur mit Entsetzen auf den plötzlichen Stopp, sondern teilweise auch mit einer gewissen Genugtuung, dass der innerörtliche Protestdruck gewirkt hatte. Gleichzeitig sprach man sich gegen zwei unterschiedlich hohe Gebäude in exponierter Lage aus.

Der Weg aus der planerischen Sackgasse dürfte nur über eine Angleichung der Höhenverhältnisse funktionieren. Das hieße in der Folge, beide Komplexe würden auf ein Geschoss verzichten. Das Eckgebäude würde dann insgesamt kleiner werden müssen. Ob dies einhergeht mit geänderten Stellplatzverhältnissen, ist zwar zu hören, aber offiziell nicht bestätigt. Zur Erinnerung: Anhaltende Kritik hatte sich mit der Nähe des Gebäudes zur Fahrbahn der Blumenkamper Straße beschäftigt. Dabei war auch die Forderung aufgekommen, dort Stellplätze einzuplanen. Ähnlich ist es bei der benachbarten Sparkassen-Filiale. Dort ist die Senkrechtaufstellung der Parkplätze aber verkehrlich keine wirklich gelungene Lösung. Die neue Lage dürfte der Verwaltung passen, die keinen "dringenden Handlungsbedarf" für eine Sperre gesehen hat. Man wolle lieber den "Abstimmungsprozess zwischen den beiden Vorhabenträgern abwarten". So scheint es nun zu kommen.

Quelle: RP
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