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Kreis Wesel
Lohberger Moschee-Vorstand tritt zurück

Kreis Wesel. Ein Fernsehbericht über Propagandaaktivitäten der Terror-Miliz Islamischer Staat hat zu Erschütterungen geführt. Von Jörg Werner

Es deutete sich am Dienstagabend schon an. Jetzt ist es offiziell. In seinem Internetauftritt und auch auf der Facebook-Seite seiner Zentralmoschee in Köln hat der DITIB-Dachverband jetzt eine Erklärung zu dem im Filmbeitrag erhobenen Vorwürfen veröffentlicht. Der Film zeigt in einer kurzen Sequenz das für die Jugendarbeit zuständige Vorstandsmitglied der Lohberger Moschee mit einem Jugendlichen. Die beiden halten den ausgestreckten Zeigefinger in die Höhe, was im Film als Geste, die häufig von IS-Kämpfern benutzt wird, gedeutet wird. Der Jugendliche trägt zudem ein T-Shirt mit einem Mohammed-Emblem, wie es auch in den Reihen der Terror-Miliz verwendet wird.

"Im DITIB-Verein in Dinslaken-Lohberg wurden nun Konsequenzen aus den geschilderten Ereignissen gezogen. Das besagte Vorstandsmitglied hat mit sofortiger Wirkung alle seine Vorstandstätigkeiten niedergelegt", heißt es in der Erklärung. Die Medienberichte und der Druck hätten zudem dazu geführt, dass sich der Vorstand der DITIB-Moschee in Lohberg des Vertrauens der Mitglieder und der Öffentlichkeit versichern möchte. Daher habe er sich dazu entschlossen, ebenfalls seinen Rücktritt zu erklären. Die Mitglieder würden zu einer außerordentlichen Sitzung und zu Neuwahlen für einen zukünftigen Vorstand eingeladen.

"Extremistische Entwicklungen und Akteure finden im DITIB-Dachverband keine Unterstützung. Jeder, der unsere Gemeinden und Arbeitsgrundsätze kennt, weiß das", kommentierte der Vorstandsvorsitzende des DITIB-Bundesverbands, Professor Dr. Nevzat Yasar Asikoglu, das Geschehen in Lohberg. Die selbstregulierenden Kräfte in den Gemeinden vor Ort müssten in seltenen und besonders schwierigen Fällen durch Strukturen auf Bundes- und Landesebene unterstützt werden. Es sei erfreulich, dass in Lohberg die notwendige Sensibilität vorhanden sei, auch schwierige Entscheidungen zu treffen, um das Vertrauen von Gemeinde und Öffentlichkeit wieder zu gewinnen und zu festigen. Der DITIB-Verein in Dinslaken habe seine Versäumnisse erkannt und sei bereit das Seine zu tun. Aber auch die Stadt und alle anderen Akteure seien gefordert, sich über ein nachhaltiges, zielgruppenorientiertes Quartiersmanagement einzubringen und die Moscheen mit den Entwicklungen nicht allein zu lassen.

Rathaussprecher Thomas Pieperhoff mochte den Rücktritt des Moschee-Vorstands nicht kommentieren. Das sei allein Sache der türkischen Gemeinde. Wichtig sei ganz prinzipiell die offene Auseinandersetzung mit den Problemen und, wo nötig, müssten klare Grenzen gezogen werden. Die Zusammenarbeit von Stadt und DITIB -Vorstand sei bislang vertrauensvoll gewesen und im Rathaus gehe man davon aus, dass dies auch mit einem neuen Vorstand so sein werde.

Quelle: RP
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