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Hamminkeln
Loikum ist flott unterwegs in die Zukunft

Hamminkeln: Loikum ist flott unterwegs in die Zukunft
Die Milchtankstelle auf dem Hof Stenkamp ist in der Region einmalig und kommt sehr gut an. FOTO: Bosmann
Hamminkeln. Morgen ist die Kreis-Jury im ewigen "Golddorf" zu Gast: Diesmal wollen die Loikumer mit Innovationskraft punkten. Von Bernfried Paus

Wer Loikum sagt, denkt an "Golddorf". Zwangläufig. Doch der Glanz des Ehrentitels ist so strahlend nicht mehr. Es sind mehr als 20 Jahre her, dass das 800-Seelen-Dorf bundesweit aufhorchen ließ und als hoch dekoriertes NRW-Kleinod in Deutschland mit Bronze geadelt wurde. Es war nicht der einzige Siegeszug im Wettstreit "Unser Dorf soll schöner werden". Der letzte Anlauf auf Kreisebene liegt schon ein paar Jahre zurück. Morgen geht's in die nächste Runde. Auf dem Laufsteg mit 13 anderen Dörfern im Kreis Wesel möchte Loikum sein goldiges Image aufpolieren. Dabei wollen die Loikumer die Jury nicht so sehr mit schönen Reizen umgarnen, sondern mit Ideen. Sie wollen nachhaltig dem neuen Wettbewerbsnamen gerecht werden: "Unser Dorf hat Zukunft."

Das Selbstbewusstsein ist ungebrochen. Mit dem olympischen Gedanken wollen sich die ehrgeizigen Gastgeber nicht begnügen. "Wenn wir antreten, wollen wir auch gewinnen", sagt Architekt Theo Büning, "auch wenn die Konkurrenz beachtlich ist." Ehe es hinausgeht ins Dorf, empfangen die Loikumer die Wettbewerbsrichter in der Bürgerhalle, deren Betrieb sie gerade in die eigenen Hände genommen haben. Hier begrüßt Bernhard Grota, der schon vor 20 Jahren das Dorf zu Gold moderiert hat, die Gäste.

In teils bewegten Bilder soll es einen Überblick über den Aufbruch in die Zukunft geben. Datenautobahn, Klimaschutz und Tourismus sind Begriffe für den Einzug der Moderne. Die Loikumer sind stolz, wie ihre Landwirte den Strukturwandel meistern. "Mit zwei Biogasanlagen und den Sonnenkraftwerken auf den Dächern können wir unseren Strombedarf selbst decken", sagt Theo Büning. Zu hundert Prozent mit Biostrom. Die Höfe Groß-Bölting neben der Kirche und Stenkamp im Außenbereich sind Stationen beim knapp zweistündigen Schaulaufen. Bei Stenkamp steht auch der mit Robotern als Helfer besetzte neue Kuhstall und die Milch-Tankstelle, an der Kunden täglich bis zu 100 Liter frische Milch zapfen.

Auf dem weiten Weg, die Klimaziele zu erreichen, entwickelt sich Loikum zum Schrittmacher. Die Bio-Gasanlagen beliefern umliegende Haushalte und eine Gastwirtschaft mit Wärme. Und im Dorfkern wird nachhaltig mit Holz geheizt. Die Pellets im Ofen des Kindergartens sorgen dafür, dass es auch in der Bürgerhalle, bei der Feuerwehr und im Jugendkeller klimaneutral warm wird.

Auf dem Feld Kommunikationstechnik haben die Loikumer Innovationspower bewiesen, so dass auch der Landwirt weit draußen Anschluss findet an die Datenautobahn. Sie haben einen Pflug entwickelt, mit dem sie das Breitbandkabel eigenhändig in die Erde gelegt haben. Das hat nicht nur Dr. Günther Horzetzky, NRW-Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, beeindruckt, sondern bundesweit aufhorchen lassen. Ein gutes Omen, die nächste Runde zu erreichen.

Quelle: RP
 
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