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Wesel
Männerchor sucht Frauen

Wesel. Musicalprojekt startet in Bislich

Weil den Männerchor Rheinklänge Bislich arge Nachwuchsprobleme plagen, soll nun ein gemischtes Chorprojekt den 1932 gegründeten Verein retten. Für Montag, 8. März, 19 Uhr, lädt nun Rheinklänge-Vorsitzender Edmund Ramms alle sangesfreudigen Frauen ab 18 ins Bislicher Heimatmuseum ein, um sie ausführlich über das Musicalprojekt zu informieren. RP-Redakteur Klaus Nikolei sprach mit Ramms.

Woran liegt es, dass dem traditionsreiche Männerchor Rheinklänge der Nachwuchs fehlt?

Ramms Das hat mehrere Gründe. Zum einen sind viele Männer unter 40 beruflich und privat stark eingespannt, so dass ihnen einfach die Zeit fehlt. Zum anderen gibt es kaum neuzeitliche Chorliteratur für Männergesangvereine. Und nicht zuletzt hat der Nachwuchsmangel, mit dem bundesweit fast alle Männerchöre zu kämpfen haben, auch damit etwas zu tun, dass vor Jahren der Gesangsunterricht in Schulen zum Teil eingestellt wurde.

Andererseits gibt es einen wahren Gospelchor-Boom – auch in Wesel.

Ramms Richtig. Und weil wir mittlerweile wissen, dass es viel neuzeitliche Chorliteratur für gemischte Chöre gibt, wollen wir nun ein gemischtes Musicalprojekt ins Leben rufen.

Mit der Hoffnung, dass dann auch junge Männer den Weg wieder zu Ihnen finden?

Ramms Vielleicht könnten nach der Probe des gemischten Chores die Herren noch ein Stündchen dranhängen.

Mit wie vielen interessierten Frauen rechnen Sie am Montag beim Infoabend im Heimatmuseum?

Ramms Wir wären schon sehr zufrieden, wenn es 20 wären, gerne auch aus anderen Weseler Ortsteilen und aus dem angrenzenden Mehr. Vielleicht stimmt unser Chorleiter Johannes Hampen an diesem Abend schon einen ersten Kanon an.

Wie Aktive zählt der Bislicher Männerchor aktuell?

Ramms Wir haben in den vergangenen zwei, drei Jahren sechs Sänger zu Grabe getragen, einer ist aus Altersgründen ausgeschieden, zwei jüngere haben den Chor verlassen. In den Hochzeiten in den 50er und 60er Jahren waren wir mehr als 60 Sänger.

Was macht für Sie persönlich der Reiz der Chormusik aus?

Ramms Ich singe seit meiner Kindheit, war im Schulchor und im Eichendorff-Sing- und Spielkreis. Unsere menschliche Stimme ist das größte Instrument, das es gibt. Die Stimme kann durch Schwingungen Gefühle vermitteln – so intensiv wie kein künstliches Instrument. Ein gutes Beispiel dafür ist der Gefangenenchor aus Nabucco von Verdi. Wenn ich nur daran denke, bekomme ich Gänsehaut. Der Reiz ist, dass das Singen nicht nur einem selbst Freude bereitet, sondern auch die Zuhörer glücklich macht.

Kontakt Telefon 02859 740 (Ramms) oder 0281 62195 (Hampen)

Quelle: RP
 
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