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Wesel
Mahnung von Fraktionschef Hovest

Wesel. In Richtung Bauvereins-Aktionäre: "Nehmen Sie Stimmrecht persönlich wahr!" Von Klaus Nikolei

Heute werden die Vorstände und Aufsichtsräte bzw. die Entscheidungsträger der drei Bauvereins-Aktionäre Volksbank Rhein-Lippe, der Firma Pilkington und der Commerzbank (Atlas-Vermögensverwaltung) einen Brief von Ludger Hovest auf ihren Schreibtischen finden. In dem teilt der SPD-Fraktionschef, der auch im Aufsichtsrat des Bauvereins sitzt, mit, dass die im Sommer abgebrochene Hauptversammlung am 9. November im Tannenhäuschen wiederholt wird - unter Ausschluss der Öffentlichkeit. "Ich fordere Sie auf, werden Sie Ihrer Verantwortung als rechtmäßiger Besitzer der vinkulierten Namensaktien der Bauverein Wesel AG gerecht und nehmen Sie Ihr Stimmrecht persönlich wahr", heißt es.

Dazu muss man wissen, dass Volksbank, Pilkington und Commerzbank vor vielen Jahren Bauvereinsaktien an einen Unternehmer aus Meerbusch verkauft und den Geschäftsmann mit Untervollmachten ausgestattet haben. Der Meerbuscher hatte nun im Sommer zusammen mit zwei Anwälten während der Hauptversammlung nicht nur zahlreiche kritische Fragen gestellt, die nur teilweise beantwortet werden konnten, sondern auch eine Dividende von zehn Prozent gefordert. Angedacht waren 5,5 Prozent. Wegen Verstoßes gegen das Aktienrecht muss sich der Bauverein am 26. Oktober vor dem Düsseldorfer Landgericht verantworten. Dass der Meerbuscher die Klage eingereicht hat, interessiert Hovest nicht. Denn offiziell hat die Volksbank Klage erhoben - auch gegen ihn und alle anderen Aufsichtsratsmitglieder. Für Hovest steht fest: "Der Bauverein hat damals kein grünes Licht gegeben für den Verkauf der vinkulierten Namensaktien. Deshalb gehören die Aktien nach wie vor der Volksbank, Pilkington und der Commerzbank. Sie erhalten ja auch die Dividende."

Vor diesem Hintergrund ist auch folgende Textpassage des Briefes zu verstehen: "Verstecken Sie sich nicht hinter anderen Aktionären und stellen Sie keine Untervollmachten mehr aus." Das Schreiben an die Volksbank ist noch etwas ausführlicher. Dort heißt es ganz zum Schluss: "Ich stelle Ihnen auf der Hauptversammlung gerne die Menschen vor, die in der Vergangenheit im Namen der Volksbank Rhein-Lippe Anträge gestellt haben."

Die Empfänger der Briefe sind bekanntlich zur Ratssitzung am 2. November eingeladen, um dort mit der Politik über die ganze Angelegenheit zu reden. Fragt sich nur, ob sie der Einladung folgen werden.

Quelle: RP
 
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