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Wesel
Malteser-Einsatz auf dem Katholikentag

Wesel: Malteser-Einsatz auf dem Katholikentag
Fertig zur Abfahrt: Burkhard Alms, Luca Fischer, Luisa Schumacher, Jan Kock, Florentine Hofmann, Timo Lehleitner (v.l.). Unser Bild zeigt das Kreuz auf der Propsteikirche in Leipzig, wo bis Sonntag der Katholikentag stattfindet. FOTO: kwn/dpa
Wesel. 25 ehrenamtliche Helfer aus Wesel organisieren in Leipzig die Registrierung und Versorgung von Besuchern. Von Klaus Nikolei

Den heutigen Tag werden die 25 ehrenamtlichen Helfer der Malteser in Wesel so schnell nicht vergessen: Bereits um 2 Uhr in der Nacht haben sie sich in insgesamt sechs Fahrzeugen auf den gut 500 Kilometer langen Weg nach Leipzig zum 100. Katholikentag gemacht. Denn dort werden sie in zwei Schulen, die bis Sonntagmorgen als Großunterkünfte dienen, die Versorgung der dort untergebrachten Besucher übernehmen.

"Wir alle freuen uns schon sehr auf Leipzig und sind alle hoch motiviert", verkündete Stadtbeauftragter Burkhard Alms gestern beim Besuch der RP bei den Maltesern, die stets mit von der Partie sind, wenn irgendwo Hilfe benötigt wird. Sei es an Wochenenden bei Sportveranstaltungen und Festivals (Stichwort: Sanitätsdienst) oder bei Einsätzen in Krisengebieten. Der Weseler Frank Marx war u zuletzt im Erdbebengebiet von Nepal aktiv. Außerdem gehören die Maltester als "Einsatzeinheit 4" zu den Organisationen, die im Katastrophenfall im Kreisgebiet zur Hilfe gerufen werden. Im Herbst 2016 haben die Malteser übrigens auch die Flüchtlinge in der Notunterkunft am Weseler Lippeglacis registriert und medizinisch versorgt.

Alms (58), der Anfang der 70er Jahre zusammen mit Marx Mitglied der Malteser wurde, ist schon ein wenig stolz darauf, dass Wesel mit 25 Teilnehmern die größte Helferschar bildet, die sich in den nächsten Tagen in der Sachsen-Metropole um das Wohl der Übernachtungsgäste kümmert. "Aus den beiden Bistümern Münster und Paderborn werden insgesamt 140 Malteser die Registrierung der Pilger und die Frühstücksausgaben in den einzelnen Unterkünften übernehmen. Und wir sind halt der Stadtverband mit den meisten Aktiven." Viele von ihnen sind Wiederholungstäter. Alms selbst auch.

Zwischen 16 und 69 Jahre alt sind die hilfsbereiten Weseler, die morgen, Freitag, Samstag und Sonntag bereits um vier Uhr in der Frühe aufstehen, um das Frühstück vorzubereiten. Da müssen für mehrere Hundert Besucher, die in Schlafsäcken in den Klassenräumen übernachten, große Mengen Kaffee, Tee und Kakao gekocht und ein Buffet aufgebaut werden. Und natürlich wird hinterher auch alles wieder abgeräumt und gespült. Weil in einer der beiden Schulen das Warmwassergerät defekt ist, haben die Einsatzkräfte ihre Feldküche mitgenommen. In der können sie bis zu 240 Liter Spülwasser heiß machen.

Zu den sechs Fahrzeugen, in denen die Ehrenamtler anreisen, gehört neben einem Rettungswagen auch ein Spezial-Lkw, in dem unter anderem Zelte und Sanitätsrucksäcke transportiert werden. "Wir wollen absolut autark sein", erklärt Alms. Das bedeutet, dass man auf jeden nur denkbaren Notfall vorbereitet ist. Unter anderem Luca Fischer, der wie viele andere junge Leute durch den Schulsanitätsdienst an den beiden Weseler Gymnasien zu den Maltesern gekommen ist, war schon vor zwei Jahren beim Katholikentag in Regensburg mit dabei. Auf die Frage, was den Reiz ausmache, einen Beitrag zum Gelingen einer solchen Großveranstaltung zu leisten, sagt er: "Es ist toll, alles, was wir in den Jahren gelernt haben, auch anwenden zu können. Und natürlich stärkt so ein Einsatz das Zusammengehörigkeitsgefühl." Neben der Besucher-Registrierung und der Frühstücksausgabe sind die Weseler auch als Seelentröster, als geduldige Zuhörer und natürlich auch als Sanitäter gefragt, wenn es denn nötig ist. Zwischendurch ist gewiss noch Zeit, einige Veranstaltungen des Katholikentages zu besuchen. Und dann wird die Gruppe sicherlich in einer ruhigen Stunde noch auf das Wohl von Burkhard Alms anstoßen. Der hatte gestern nämlich Geburtstag.

Quelle: RP
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