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Wesel
Marien-Hospital stärkt Versorgung Krebskranker

Wesel: Marien-Hospital stärkt Versorgung Krebskranker
Chefarzt Dr. Henning Schulze-Bergkamen (li.) mit Oberarzt Dr. Mathias-Reinhard Hoiczyk in den neuen Praxisräumen mit Blick auf den Dom. FOTO: Ekkehart MALZ
Wesel. Dr. Mathias-Reinhard Hoiczyk leitet die neue onkologische Praxis im Medizinischen Versorgungszentrum und ist Oberarzt am Marien-Hospital. Ziel dieser Verzahnung ist bestmögliche Patientenbetreuung. Von Barbara Grofe

Krebspatienten nach Schema F zu behandeln ist ein Ding der Unmöglichkeit. Kein Patient entspricht dem anderen, kein Krebsgeschwür entspricht exakt einem anderen. "Bei jedem Patienten werden hier individuelle Entscheidungen getroffen", sagte gestern Marien-Hospital-Geschäftsführer Dr. Johannes Hütte dazu. Er stellte mit Dr. Mathias-Reinhard Hoiczyk den "Neuen" am Marien-Hospital vor, der in Wesel in Doppelfunktion unterwegs ist: Zum einen leitet der gebürtige Essener die onkologische Praxis, die jetzt im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) eröffnet hat und in der bald die Arbeit aufgenommen wird. Zum anderen ist Hoiczyk auch Oberarzt für die Innere Medizin II - Gastroenterologie, Diabetologie, Rheumatologie und Onkologie.

Die Zusammenarbeit von stationärer und ambulanter Behandlung soll - auch dafür steht diese Personalie - weiter intensiviert und verzahnt werden mit dem Ziel, den Patienten möglichst umfassend zu betreuen.

Der 35 Jahre alte Hoiczyk hat Medizin in Essen, Budapest und Winterthur studiert und im vergangenen Jahr seine Facharztprüfung für Innere Medizin mit den Schwerpunkten Hämatologie und Onkologie abgelegt. Von der Uniklinik Essen, wo er zuletzt gearbeitet hat, kennt Hoiczyk bereits, was auch in Wesel groß geschrieben wird: Interdisziplinarität, das Zusammenarbeiten verschiedener Fachrichtungen. "Ich komme aus einer Klinik, in der jeder Tumor interdisziplinär besprochen wurde - und in Wesel sind diese Strukturen bereits gegeben", sagt Hoiczyk. Auch am Marien-Hospital wird jedes Krebsgeschwür im Rahmen des Tumor-Boards besprochen. Bei dieser Sitzung, die einmal pro Woche stattfindet, fällt dann die Entscheidung, wie der Patient behandelt wird: ob eine Operation sinnvoll ist, Bestrahlung, Chemotherapie oder ein anderer Ansatz. Die Tatsache, dass interdisziplinär behandelt wird, heißt jedoch im Umkehrschluss nicht, dass jeder Patient seine Fragen mit zehn unterschiedlichen Ansprechpartnern besprechen muss: "Jeder Patient hat definierte Ansprechpartner", sagt Dr. Henning Schulze-Bergkamen, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin II.

"Der Patient wird bei uns quasi aus einer Hand behandelt", erklärt Hütte den Ansatz, den das Krankenhaus verfolgt. Nach einer Operation kann der Patient zur Nachsorge in die onkologische Praxis im MVZ kommen, er kennt die Ärzte und Pfleger - und die wiederum kennen ihn, seine Geschichte und auch seine Ängste.

250 Quadratmeter groß ist die Praxis im MVZ, die sich befindet, wo früher die Reha-Praxis war. Noch riecht es nach Farbe, stehen 13 Behandlungsstühle in Folie in einem der hinteren Zimmer, noch ist das Arzt-Zimmer von Mathias-Reinhard Hoiczyk nicht möbliert. Zum 1. November soll es dann aber so weit sein.

Quelle: RP
 
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