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Hamminkeln
Marienthaler Abende mit Top-Künstlern

Hamminkeln: Marienthaler Abende mit Top-Künstlern
Die Fans werden sich freuen: Auch in diesem Jahr sind die Bullemänner wieder zu Gast im Isseldorf. FOTO: Malz
Hamminkeln. Kultur auf dem Dorf: Die 33. Veranstaltungsserie bietet eine attraktive Mischung. Kommt die erhoffte feste Bühne? Von Thomas Hesse

Reich an neuen Erfahrungen und mit verheißungsvollen Verpflichtungen sind Hans van Triel und Karl-Heinz Elmer kürzlich von der Kulturbörse in Freiburg zurückgekehrt. Dort präsentieren sich in Kurzprogrammen alte und neue Stars der Kleinkunstszene und solche, die es werden könnten. Die Marienthaler, die nun in die 33. Saison der Sommerabende starten, haben mehrfach ein gutes Näschen bewiesen und künftige Aufsteiger zur Kultur ins Dorf geholt, die heute große Häuser füllen.

Der Kulturkreis, der keine Fördergelder bekommt, ist gezwungen, findig zu sein, weil er keine großen Honorare zahlen kann. Das fordert heraus, die besonderen Talente ausfindig zu machen, so lange sie noch finanzierbar sind. Auch diesmal gibt es deshalb eine attraktive Mischung aus alten und neuen Gruppen, die von Flaschenmusik bis Folk eine enorme musikalische Spannweite bieten.

Geblieben ist der Spielort - nämlich die Wiese am Maisfeld am Dorfrand. Geblieben ist der Spieltag, nämlich Mittwoch, 20 Uhr - bis auf den 9. Juli, weil man wegen der Fußball-Europameisterschaft auf den Samstag ausweicht. Gewohnt ist weiter die Platzreservierung - nämlich mit Klebezetteln jeweils ab Glockenschlag 18 Uhr der Klosterkirche. Beständig ist auch die feste Größe namens "Bullemänner". Sie eröffnen das Programm am 29. Juli und picken die besten "Rosinen" aus ihren alljährlichen Auftritten. "Das Publikum will sie. Diesmal kommen sie mit drei Musikern, die obskure Instrumente spielen", sagt Hans van Triel.

Vier herausragende Musikerinnen, die sich "La Finesse" nennen, sind am 9. Juli erstmals in Marienthal. "In Amerika" heißt ihr Programm, bei dem sie sich mal als Film- oder Sinfonieorchester, mal als Zigeuner- oder Rockband präsentieren. A cappella ist unverändert angesagt, weshalb sich "Delta Q" gekonnt quer durch die Musikgenres singen. Ihr neues Programm werden sie kurz zuvor in Berlin vorstellen, um es am 13. Juli in die Niederrhein-Idylle zu bringen. Flaschenmusik als Kleinkunst präsentieren am 20. Juli "GlasBlasSing" unter dem passenden Motto "Volle Pulle" - übrigens ein Beispiel für eine Gruppe, die die Marienthaler früh entdeckt haben. Heute seien sei fast unerschwinglich, sagt Karl-Heinz Elmer. Umso glücklicher sei man, sie engagieren zu können.

Weiter geht's am 27. Juli mit dem Duo Lumpenpack, das junges Publikum anlocken dürfte, ist es doch bei der ausverkauften 1Live-Hörsaal-Tour dabei. Am 3. August kommen "Cara" mit fetzigem irischen Folk, den jährlichen Tango-Tupfer setzt das "Buenos Aires Tango Quartett" am 10. August, bevor am 17. August "Carringtom-Brown" ihre Berliner Großstadtshow auf die Bühne bringen. Mit A-cappella-Musik aus Dresden folgt ein vielfach preisgekröntes Highlight der Szene, die "Medlz". Sie gelten als beste Gruppe ihrer Art in Europa auch wegen ihrer Live-Performance.

Noch eine Woche drangehängt an den normalen Veranstaltungsrhythmus haben die Programm-Macher am 31. August mit dem Auftritt von "Dreamcatcher", die erfrischend und ohne Schnickschnack dem Leitbild "not too old to folk'n'roll" frönen.

Bei der Programmvorstellung war auch Bürgermeister Bernd Romanski dabei. Ihm ging es um die Botschaft, dass die vom Kulturkreis Marienthal lange erhoffte feste Bühne und eine Art Dorfplatz realisiert werden. Damit wäre die Zeit der stoppeligen Kulturwiese direkt am Maisfeld mit ihrem eigenwilligen Charme vorbei. Die Gelegenheit, Fördergelder zu bekommen, ist günstig. Hamminkeln ist am Rande des Naturparks Hohe Mark bei dem Regionale-Programm "Waldband" im Spiel, das auch kulturelle Einrichtungen bezuschusst. Unter anderem geht es um eine feste Bühne. Planungsrechtlich nicht einfach ist aber, Baurecht im Außenbereich hinzubekommen. "Wir führen das Bebauungsplanverfahren jetzt durch. Dazu gibt es eine Bürgeranhörung. Am Ende wird ein vorhabenbezogener Durchführungsvertrag stehen, der regelt, was genau gebaut wird", sagte Romanski.

Den von der Regionale geforderten und 20.000 Euro teuren Architektenwettbewerb hat man sich sparen können. Stattdessen rücken nächste Woche Studenten der Uni Dortmund an, um das Projekt im Rahmen einer Studienarbeit zu planen. Offen ist, wer am Ende Betreiber wird. Die Stadt wird sich zurückhalten. Ein Zusammenschluss von Marienthaler Kaufleuten, Bürgerverein und Kulturkreis ist deshalb als Betreiber im Gespräch.

Quelle: RP
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