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Kreis Wesel
Marisa Brosius soll Ehrenamtler in der Flüchtlingshilfe unterstützen

Kreis Wesel: Marisa Brosius soll Ehrenamtler in der Flüchtlingshilfe unterstützen
FOTO: Markus Joosten
Kreis Wesel. Ehrenamtler haben in den vergangenen Monaten mit großer Anstrengung den Flüchtlingsstrom vor Ort gehandhabt. Mit Marisa Brosius hat das Diakonische Werk ihnen nun eine Hauptamtliche für den Kirchenkreis an die Seite gestellt, mit einer halben Stelle zunächst.

Die 36-jährige Heilpädagogin soll die Hilfsbereitschaft in den 15 Kirchengemeinden miteinander verweben, den Ehrenamtlern ihr Engagement leichter machen und die Wege zu Hilfs- und Integrationsangeboten direkter machen. Seit dem 1. März arbeitet sich Marisa Brosius ein. Sie arbeitet eng zusammen mit Heike Kohlhase, der Leiterin des Bereichs Kinder und Familie, und Pfarrer Dirk Meyer, Synodalbeauftragter für Ausländerfragen.

Derzeit ist es ruhiger geworden, mittwochnachmittags auf dem Flur des Lutherhauses. Bis vor wenigen Wochen warteten hier zwischen zehn und 15 Flüchtlinge auf eine Beratung. "Uns war klar: Wir müssen und wir wollen etwas tun", sagt Jürgen Orts, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes. Die Stelle ist ausschließlich aus Spendenmitteln finanziert - zweimal ist die jährliche Diakoniesammlung, von der ein kleiner Teil im Kirchenkreis bleibt, dafür eingesetzt worden.

"Ich halte Kontakt zu den Gemeinden von Emmerich bis Schermbeck", sagt Brosius. Ehrenamtliche begleiten und neue werben gehört zu ihren Aufgaben. Zahlreiche Angebote der Diakonie sind für Flüchtlinge interessant: Niederschwellige Sprachkurse beispielsweise, unabhängig vom Status der Teilnehmer. Heike Kohlhase ist für die Familienarbeit zuständig. "Die Menschen sind ja hier und müssen sich verständigen können", sagt sie. Weil die Frauen ihre Kinder nicht allein lassen wollen oder können, bieten die Kurse auch eine Kinderbetreuung. Sprachliche Grundkenntnisse öffnen die Türen zu den Eltern-Kind-Kursen, zu klassischen Spielgruppen, zur Integration.

Weitere Themen sind Pädagogenfortbildungen - viele Lehrer sind nicht darauf vorbereitet, mit traumatisierten Kindern zu arbeiten. Es gibt viele Ideen. Konkret ist aber bereits: Eine Art Markt der Möglichkeiten soll demnächst im Internet verfügbar sein und auf einen Blick die verschiedenen Angebote bündeln - mehrsprachig.

Marisa Brosius wird neben diesen Aufgaben die Beratung verstärken: Der Flüchtlingsstrom hat an anderer Stelle für Angst und Not gesorgt, wie Pfarrer Meyer erläutert. Flüchtlinge, die lange hier leben, integriert und bislang geduldet sind, suchen Rat. Sie leben in Angst vor der Abschiebung und benötigen ebenso Unterstützung wie die neu Angekommenen.

(sz)
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