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Wesel
Marode Parkdecks bereiten Sorgen

Wesel: Marode Parkdecks bereiten Sorgen
Die Abdichtungsfolie auf dem Bühnenhaus-Parkdeck (rechts) ist verwittert. So dringt Feuchtigkeit in die Decke - Gift für den Stahl im Beton. FOTO: Klaus Nikolei
Wesel. In den Sommerferien 2018 und 2019 will die Stadt Wesel das mehr als 40 Jahre alte Parkdeck am Bühnenhaus aufwendig sanieren. Was mit dem seit November 2015 gesperrten Parkdeck am Kreishaus wird, soll im Januar entschieden werden. Von Klaus Nikolei

In den Sommerferien 2018 und 2019 könnte es rund um das Weseler Rathaus zu massiven Parkplatzproblemen kommen. Denn das etwas mehr als 40 Jahre alte Parkdeck am Bühnenhaus muss in zwei Schritten für schätzungsweise 630.000 Euro aufwendig saniert werden. Denn die 2015 durchgeführten Ausbesserungsarbeiten im kleinen Umfang haben die Probleme nicht lösen können. Es gibt unter anderem Risse in Wänden, Beton platzt ab, Abdichtungen sind defekt. Fördergelder gibt es dafür übrigens keine.

Während der Sanierungsarbeiten fallen dutzende Stellflächen weg. Die Situation könnte sich noch weiter verschärfen, wenn die Arbeiten nicht innerhalb der sechswöchigen Ferienzeit abgeschlossen werden sollten. Denn einige Lehrer der Gesamtschule am Lauerhaas pendeln zwischen dem Hauptstandort am Kirchturmweg und der Dependance in den Realschul-Räumen an der Martinistraße. Auf dem Bühnenhaus-Parkdeck stellen sie ihre Autos ab. Stünde es nach Ferienende nicht zur Verfügung, hätten die Pädagogen ein Problem...

In der Tiefgarage am Bühnenhaus sind die Schäden durch eindringende Nässe besonders gut zu sehen. FOTO: Klaus Nikolei

Wenn in Wesel das Stichwort Parkdeck fällt, denkt man automatisch auch die seit November 2015 gesperrte Anlage an der Kfz-Zulassungsstelle im Kreishaus. Das 1984 am Auerand errichtete Bauwerk ist schneller als von Fachleuten erwartet in die Jahre gekommen. Teile der Tiefgaragendecke mussten abgestützt und das Parkdeck geschlossen werden.

Wie Helmut Czichy, Vorstandsmitglied für den Bereich Bauen in der Kreisverwaltung, auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte, sei ein Ingenieurbüro damit befasst, mögliche Lösungsvarianten für das Problem zu erarbeiten. Im Januar sollen der Politik die Vorschläge unterbreitet werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Schäden anschließend vergleichsweise schnell behoben werden, ist allerdings gering. Denn auf der Prioritätenliste stehen beim Kreis Investitionen in die Kreishaus-Fassade und in Schulen an erster Stelle. "Und wir befinden uns ja auch in der vergleichsweise komfortablen Situation, dass wir rund 300 Plätze im Parkdeck an der Karl-Jatho-Straße angemietet haben", sagt Czichy. Von dort ist man zu Fuß in fünf bis sieben Minuten am Kreishaus.

Wenn das Parkdeck im Sommer 2018 saniert wird, soll auch die Treppe des Bühnenhauses erneuert werden. FOTO: Klaus Nikolei

Anders als am Kreishaus sind die Schäden am Bühnenhaus-Parkdeck für Laien auf den ersten Blick kaum erkennbar. "Es ist ja auch noch nicht so schlimm. Aber wir müssen jetzt etwas tun, damit das Deck nicht ganz geschlossen werden muss", sagt Fachbereichsleiterin Anita Timmreck vom Gebäudeservice im Rathaus. Sie und ihr Kollege, Bauleiter Dieter Hitschfel, erklären beim Ortstermin, dass beispielsweise die Abdichtungsfolie an einigen Stellen verrottet ist. So kann Feuchtigkeit in die Betondecke eindringen und den Stahl angreifen. "Bei den Sanierungsarbeiten muss das gesamte Pflaster aufgenommen und die poröse Folie entsorgt werden, bevor mit der Betonsanierung begonnen werden kann", erklärt Hitschfel. Das dekorative Pflaster wird nicht wieder neu verlegt, sondern durch Asphalt ersetzt. Bei dieser Gelegenheit will die Verwaltung auch gleich die maroden Stufen zum Bühnenhaus erneuern lassen.

Quelle: RP
 
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