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Hamminkeln
Medlz machen Musik am Maisfeld

Hamminkeln. Umjubelter Marienthaler Abend mit der A-cappella-Gruppe aus Dresden. Die musikalische Zeitreise reichte von "Mozart bis Mercury". Erstmals in diesem Jahr gab es ein Open-Air-Konzert im Dorf. Von Thomas Hesse

Mit Superlativen sind die Konzertmacher leicht bei der Hand. "Beste deutsche weibliche A-cappella-Pop-Band" gehört zum Standard, eine der fünf besten europäischen A-cappella-Gruppen überhaupt. Kann gut sein, dass die Verkäufer richtig liegen. Denn die Medlz aus Dresden zeigten in Marienthal mit ihrem Programm "Von Mozart bis Mercury" Open Air am Maisfeld, dass sie zur Creme der Szene gehören.

Die Sängerinnen genossen an einem heißen August-Tag wie ihre Zuhörer die besondere Atmosphäre draußen am Rande des Dorfs. Dieser Marienthaler Abend hatte alle Qualitäten eines besonderen Konzertvergnügens. Es war auch eine teils rasante Reise durch 200 Jahre Musikgeschichte - von Mozarts "Ave verum" bis Freddie Mercurys Queen-Song "We will rock you".

Der gesamte Auftritt der Medlz mit ihren wahlweise samtweichen bis hardrockigen Stimmen passte punktgenau. Sabine Kaufmann, Nelly Palmowske, Maria Heinig und Silvana Mehnert bilden heute das Quartett, das einst ein Quintett war und als "nonets" begann, bevor die Band 2005 zum knackig klingenden Namen Medlz wechselte. Die Sangeslust der Anfangsformation entwickelte sich im Philharmonischen Kinderchor Dresden, eine gute Adresse, um sehr gutes sängerisches Handwerk zu lernen.

Gerade bei den klassischen Stücken, in den Arrangements zugeschnitten auf die Besetzung als Quartett, war die sehr gute Abstimmung und Ausbildung zu spüren. Einige preisgekrönte Jahre, fünf Alben und eine große Anzahl an Fernsehauftritten später sind die Medlz im erlauchten Kreis der Top-A-cappella-Bands angekommen. Umso erstaunlicher, dass es den Marienthalern immer wieder gelingt, so viel Klasse vom Auftritt auf dem Dorf zu überzeugen. Nach ihrem Programm "Bekannt aus Film und Fernsehen" spielen die Sängerinnen auf den Bühnen seit November 2015 eine Show, in der sie an ihre Wurzeln zurückgehen: "Von Mozart bis Mercury"- soll heißen: eine musikalische Zeitreise von Klassik bis Pop, unterwegs immer in der Extraklasse.

Die vier A-cappella-Grazien um Frontfrau Sabine rocken mal wild, mal schmalzen sie wie die Balladenköniginnen, dass die Zuhörer dahinschmelzen. Am Ende sächseln sie am Niederrhein in einem köstlichen Medley aus Zeiten der Neuen Deutschen Welle. Riesenapplaus.

Es geht auch ohne Text, wenn die Medlz zu viert Orchesterwerke erklingen lassen. A cappella Streicher, Hörner und Flöten zu imitieren, das hat schon etwas Herausforderndes. Mit großer Klangfülle und eigenem Arrangement reizen die Sängerinnen hier die Möglichkeiten aus. Doch Vielseitigkeit mit publikumsnahen Entertainment ist das eigentliche Programm. Etwa, wenn das Publikum raten soll, um welche Titel es sich handelt, wenn im waghalsigen Wechselspiel Udo-Jürgens-Texte auf Michael-Jackson-Melodien gesungen werden.

Es war ein sehr unterhaltsames Konzert mit viel Humor und Interaktion. Frontfrau Sabine Kaufmann kostete zudem in ihren launigen Ansagen den Running Gag aus, am Maisfeld zu singen. Nach mehreren Zugaben verabschiedete sich das Quartett mit dem Abendlied "Der Mond ist aufgegangen". Unter dem sternenklaren Marienthaler Sommerhimmel.

Quelle: RP
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