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Hamminkeln
Mehr Belastung trotz weniger Verkehr?

Hamminkeln: Mehr Belastung trotz weniger Verkehr?
Die Obstkelterei van Nahmen plant größere bauliche Veränderungen. Vorher muss aber die Stadt zustimmen. Heute beginnt die Phase der Bürgerbeteiligung. FOTO: Malz
Hamminkeln. Die Obstkelterei van Nahmen will erweitern und eine zweite Zufahrt zur Diersfordter Straße bauen. Jetzt werden die Pläne vorgestellt. Von Thomas Hesse

Am Traditionsstandort Diersfordter Straße produziert die Obstkelterei van Nahmen seit 99 Jahren. Im 100. Jahr ihres Bestehens will sie erweitern, eine neue Halle und eine zweite Zufahrt bauen. Die Umnutzung einer Lagerhalle für die Produktion ist bereits genehmigt. Ziel des bundesweit erfolgreichen Saftfabrikanten ist es, Produktion, Etikettierung und Logistik am Stammsitz zu konzentrieren. Im Vorfeld aber steht das Thema Verkehrsbelastung im Ort Hamminkeln im Mittelpunkt kritischer Stimmen. Während Firmenchef Peter van Nahmen vorrechnet, dass 20 bis 25 Prozent des jetzigen Verkehrs zu Außenlagern entfallen, fürchten Anwohner, dass sich Schulbus- und Lastwagenfahrten durch das Wohngebiet (mit Schule und Kindergarten) an der Diersfordter Straße summieren. Eine innerstädtische Gesamtplanung für den Verkehr steht aus. Dies wird Thema bei der Bürgerversammlung zu den Ausbauplänen sein, mit der erstmals die Öffentlichkeit beteiligt wird. Sie findet heute um 18 Uhr im Bürgerhaus, Marktstraße 17, statt. Das Ziel des sogenannten vorhabenbezogenen Bebauungsplans ist es, die Abläufe auf dem Betriebsgelände der Obstkelterei an der Diersfordter Straße zu optimieren. Das soll zur Entwicklung und zur "langfristigen Standortsicherung" beitragen, wie es amtlich heißt. Dazu soll südlich auch eine zweite Zufahrt angelegt werden, die das erweiterte Betriebsgelände erschließen soll. So weit die sachliche planungsrechtliche Ankündigung der Stadt. Sie beschreibt den ersten, frühzeitigen Schritt der Beteiligung. "Wir sind am Anfang des Verfahrens. Es kann gut sein, dass es nicht glatt durchläuft", sagt Planer Manfred Boshuven.

Zuvor hatte der Planungsausschuss das Vorhaben einstimmig bejaht, jetzt folgt die Bürgerbeteiligung und dann die der Behörden. Anschließend ist wieder der Fachausschuss am Zug, die öffentliche Auslegung folgt. "Das ist die Nagelprobe", sagt Boshuven, der keine Nachfragen im Rathaus zum Plan festgestellt hat. Am Ende soll ein städtebaulicher Durchführungsvertrag stehen, der die Maßnahme genau festlegt. Bis zu den Sommerferien 2017 kann dies dauern, van Nahmen will Mitte oder Ende des Jahres bauen. Der Firmenchef sagt, dass das Verkehrsaufkommen "tendenziell" sinken wird. "50 Prozent des Absatzes werden bisher raus- und wieder reingefahren. Das entfällt, die Situation wird entspannter und übersichtlicher. Die zweite Betriebsausfahrt gegenüber der Rathausstraße erhält ein Stopp-Schild, Lkw über 2,8 Tonnen dürfen nur nach rechts und nicht durchs Dorf fahren." Das aber heißt, dass die Transporter über die Diersfordter Straße an Schule und Kita vorbei zum Ortsausgang müssen. Wenn van Nahmen die Fahrten reduziert, muss am Ende auch die Stadt liefern - spätestens, wenn mit dem Ende des Gesamtschul-Standortes Dingden das Schulzentrum Hamminkeln verstärkt angefahren wird. Das vor Jahren unvollendete Thema West-Tangente könnte dadurch wieder aufleben. Daran rühren will zurzeit aber niemand.

Quelle: RP
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