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Unsere Woche
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Wesel. Vor etlichen Jahren wurde über Egon Heuking (CDU) gelacht, weil er seinen Protest gegen nächtliche Laserstrahl-Werbung von Diskotheken mit Worten des Philosophen Kant über den "bestirnten Himmel" zum Ausdruck brachte. 2003 sah das damalige Kreistagsmitglied aus Hünxe neues Licht, denn die Stadt Gütersloh hatte mit Disko-Betreibern sowie dem Hotel- und Gaststättenverband Ostwestfalen-Lippe den Verzicht auf grelle Skybeamer vereinbart. Heuking machte sich weiter stark gegen optische Umweltverschmutzung zulasten von Mensch, Tier und Pflanze. Übrigens kämpfen die Astronomen weltweit gegen Lichtabstrahlung nach oben. Die sorgt unter anderem dafür, dass in Mitteleuropa die Milchstraße kaum noch zu sehen ist. Es gibt also viele sehr gute Gründe, andere Lösungen zu finden. Straßenbeleuchtung muss nicht auch die Wolken erhellen. Weshalb aber nun wegen nächtlichen Vogelflugs an der Rheinbrücke der Stecker gezogen werden muss, leuchtet nicht ein. Schon gar nicht bei Nebel oder Regen.

Sind Vögel bei unsichtigem Wetter tatsächlich unterwegs? Hat die Berufsschifffahrt nicht auch gerade bei mieser Sicht was davon, wenn sie früh genug eine Brücke sieht? Und was ist mit den stählernen Vögeln? Muss auch die Flugsicherheitsbeleuchtung an Sendemasten, Brücken etc. ausgeschaltet und der Airport Weeze saisonal geschlossen werden? Oder Lohausen...

Sie finden das übertrieben? Das könnte man auch über manche Bedenkenträgerei sagen. Oder ist die Schuld bei den Behörden zu suchen, die sich jahrelang mit dem Thema Brückeninszenierung befasst haben - und schließlich doch grünes Licht gaben für den sponsorenfinanzierten Effekt? Als das gelang, waren alle stolz. Und jetzt sind die gleichen Leute verunsichert. Vermutlich verunsicherter als die Vögel.

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Quelle: RP
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