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Schermbeck
Mehrfamilienhaus für Flüchtlinge reserviert

Schermbeck. Das geplante Mehrfamilienhaus am Borgskamp östlich des Friedhofes an der Weseler Straße wird weiter vorrangig für die Unterbringung von Flüchtlingen errichtet. Ein anders lautender BfB-Antrag wurde im Rat gegen die Stimmen der beiden BfB-Mitglieder und des parteilosen Ratsmitglieds Thomas M. Heiske abgelehnt.

In dem Antrag hatte der BfB-Fraktionsvorsitzende Klaus Roth darauf verwiesen, dass die Entscheidung des Bau- und Liegenschaftsausschusses vom 10. November 2015 auf der Basis der damaligen Flüchtlingszuweisungen getroffen wurde. "Die Grundlage dieser Entscheidung ist aktuell nicht mehr gegeben", verwies Roth auf abnehmende Flüchtlingszahlen. Im ehemaligen Ecco-Hotel seien Plätze frei. Die Halle Rademacher in Bricht sei überhaupt noch nicht belegt und in Gahlen habe man die Möglichkeit, in kurzer Zeit genügend Unterbringungsmöglichkeiten zu schaffen. BfB beantragte nun, das Haus vorrangig mit ansässigen Älteren zu belegen und mit Tilgungszuschüssen im sozialen Wohnungsbau seniorengerecht zu errichten. Die Erstbelegung mit älteren Menschen habe den Vorteil, dass diese dann im Ortskern preiswerte Mietwohnungen räumten, die von Flüchtlingen belegt werden könnten.

Bürgermeister Mike Rexforth stellte klar, dass Landesgeld nicht zu erwarten sei. "Wir stehen an letzter Stelle, wenn es um eine solche Förderung geht", berichtete Rexforth. "Wir bekommen öffentliche Mittel nur dann, wenn wir Menschen mit Migrationshintergrund unterbringen." Zur Halle Rademacher gab Rexforth zu bedenken, dass diese wegen ihrer Bauweise nur für eine Kurzbelegung gedacht sei. Die Gemeinde wolle Flüchtlinge möglichst schnell in Wohnungen unterbringen. Außerdem verlange der Kreis Wesel bei einer Belegung der Halle Rademacher eine 24-Stunden-Betreuung. Das verursache Kosten in Höhe von etwa 150 000 Euro. Zudem habe das Land mitgeteilt, dass mit Zuweisungen zu rechnen sei. CDU, Grüne und unterstützten Rexforth in Sachen steigende Flüchtlingszahlen und teilten die Ansicht, dass eine Integration besser ohne Sammelunterkünfte gelinge.

(hs)
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