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Wesel
Millionen-Investition in den Hochwasserschutz

Wesel: Millionen-Investition in den Hochwasserschutz
Die rund 45 Kilometer lange Deichstrecke soll um 30 Meter verbreitert und um 70 Zentimeter erhöht werden. 50 Prozent sind bereits saniert. FOTO: Ekkehart Malz
Wesel. Bis 2025 will der Deichverband Bislich-Landesgrenze die Sanierung der Dämme abschließen. Außerdem soll der Verband wachsen. Von Marcel Romahn

Der Deichverband Bislich-Landesgrenze rüstet auf. Als größter Deichverband in Nordrhein Westfalen, der bereits jetzt für den Hochwasserschutz eines rund 230 Quadratkilometer großen Gebietes verantwortlich ist, werden sich die Mitglieder zukünftig auch um die Instandhaltung der Deiche in Richtung Mussum, Loikum und Hamminkeln kümmern. Damit wächst auch die Zahl der Mitglieder deutlich. Ein entsprechender Antrag liegt der Bezirksregierung Düsseldorf bereits seit 2008 vor.

FOTO: Stade, Klaus-Dieter (kds)

Zusätzlich zur Gebietserweiterung soll auch die rund 45 Kilometer lange Deichstrecke weiter saniert werden. "Diese Erneuerung ist ein Projekt, dass wir seit vielen Jahren vorantreiben", sagt Holger Friedrich, Geschäftsführer des Deichverbandes. "Gerade das letzte Hochwasser im Jahr 2013 hat uns gezeigt, dass es notwendig ist, in die Sicherheit der Menschen zu investieren." Und die Investitionen sind hoch. Knapp 50 Prozent der Deichstrecke müssen noch saniert werden. Kosten: rund 100 Millionen Euro, zu 80 Prozent bezuschusst vom Land Nordrhein Westfalen.

Am Ende soll der Deich doppelt so breit - von 30 auf 60 Meter - und rund 70 Zentimeter höher sein. "Natürlich nehmen wir dafür eine Menge Geld in die Hand", sagt Friedrich, "aber lieber Präventionsarbeit leisten, als später die Schäden beseitigen zu müssen." Denn die klimatischen Veränderungen, so der Geschäftsführer, machen sich auch am Niederrhein immer deutlicher bemerkbar.

Nicht nur die Rheindeiche, sondern auch der Verband selbst wird mit der Gebietserweiterung weiter wachsen. Die Gefahren-Gemeinschaft in Rheinnähe der neuen Gebiete bringt dem Verband rund 3000 neue Mitglieder, und damit auch zusätzliche Beiträge. Bisher hat der Deichverband knapp 23 000 Mitglieder. Nach der letzten Beitragserhöhung zahlen die Eigentümer eines durchschnittlichen Einfamilienhauses derzeit zwischen 30 und 40 Euro im Jahr für den Hochwasserschutz - vier Euro mehr als noch im Vorjahr. "Weitere Erhöhungen sind jedoch zunächst nicht geplant", sagt Friedrich. "Da wir jedoch nicht nur für die Sanierung, sondern auch die permanente Instandhaltung der Deiche verantwortlich, sind, sind wir auf die Beiträge angewiesen." In konkreten Zahlen sind das bislang etwa 2,5 Millionen Euro pro Jahr.

Die Gebietserweiterung sei ein wichtiger Schritt für einen einheitlichen Hochwasserschutz, glaubt der Deichverband-Geschäftsführer. "Die Schultern, die die Verantwortung künftig tragen müssen, werden damit wesentlich breiter".

Quelle: RP
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