| 19.08 Uhr

Starker Regen im Kreis Wesel
Helfer stapeln 68.000 Sandsäcke am Deich in Hamminkeln

Hochwasser an der Issel in Hamminkeln
Hochwasser an der Issel in Hamminkeln FOTO: dpa, mku fdt
Hamminkeln/Düsseldorf. Nach den schweren Regenfällen am Niederrhein bangt Hamminkeln vor der Hochwasserwelle. Über 68.000 Sandsäcke sollen vor einem Deichbruch an der Issel schützen. Innenminister Jäger war am Donnerstag vor Ort. Von Christina Rentmeister, Thomas Hesse und Klaus Nikolei

Innenminister Ralf Jäger (SPD) war am Donnerstagnachmittag in Hamminkeln, um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen. Am Nachmittag fing es dort wieder stärker an zu regnen. Der Innenminster sprach bei seinem Besuch mit dem Krisenstab und dem Landrat Ansgar Müller (SPD).

Die Lage im Überblick:

In Hamminkeln droht Deichbruch nach Unwetter

Am frühen Donnerstagabend gab es zahlreiche Berichte über einen Dammbruch - auch bei RP ONLINE. Unsere Redaktion bezog sich auf entsprechende Äußerungen der Verantwortlichen gegenüber Minister Jäger. Der Krisenstab dementierte dies; allerdings habe sich an der Bärenschleuse eine große Lache gebildet. Außerdem sei ein Bereich des Deiches kurzzeitig kontrolliert zur Entlastung geöffnet worden.

Seit den Morgenstunden befand sich Hamminkeln im Ausnahmezustand. 90 Feuerwehrleute waren seit der Nacht damit beschäftigt, den Damm im Hamminkelner Stadtteil Ringenberg zu sichern. Weitere 120 Helfer waren im Laufe des Vormittags eingetroffen, unter anderem aus dem Ruhrgebeit und dem Kreis Heinsberg. Alle fünf Katastrophenzüge der Feuerwehr in Nordrhein-Westfalen waren im Einsatz. Am Nachmittag setzte in Hamminkeln wieder der Regen ein. 

Regen spülte ganze Brocken aus dem Damm

Ingrid Sondermann, der ein Gewerbehof mit 15 Firmen in Ringenberg gehört, hatte die Feuerwehr gegen zwei Uhr in der Nacht alarmiert, weil der Starkregen dicke Brocken aus dem Damm gespült habe. "Das Problem ist, dass die Böden durch den Regen der vergangenen Tage bereits aufgeweicht sind. Hinzu kommt der hohe Stand der Issel", sagt der Sprecher des Krisenstabes. Zwischen 20 Uhr und ein Uhr morgens war der Wasserstand des Flusses von 60 Zentimeter auf 2,10 Meter angestiegen.

Der aufgeweichte Damm war nicht das einzige Problem in Hamminkeln. Der Abstand vom Wasser zu den Brücken lag nur noch bei zehn bis 50 Zentimetern. Sollte der Pegel die Brückenkanten erreichen, würde das Wasser den Damm überschwemmen. Feuerwehr und Anwohner maßen alle halbe Stunde den Abstand.

"So eine kritische Situation habe ich in Hamminkeln noch nie erlebt. Und ich lebe hier seit 1970", sagte Bürgermeister Romanski. Anwohner von Ringenberg können sich erinnern, dass die Issel zuletzt 1998 ähnlich hoch und schnell anstieg.

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