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Wesel
Mit dem Thema Tod auseinandersetzen

Wesel. Montag öffnet in der Weseler Kirche St. Mariä Himmelfahrt eine Erlebnisausstellung für Jugendliche, bei der es um die eigene Endlichkeit und die Frage geht, was man aus seinem Leben machen möchte. Auch Erwachsene sind willkommen. Von Klaus Nikolei

Wer ab Montag die Kirche St. Mariä Himmelfahrt in der Weseler Innenstadt betritt, sollte vorsichtig sein. Nein, besser gesagt, sich auf etwas gefasst machen. Denn im Eingangsbereich wird jeder Besucher von einem Mini-Skelett begrüßt, das ein Schild mit der Aufschrift trägt: "Ich war, was Du bist, und bin, was Du sein wirst." Wer den Satz noch einmal ganz bewusst liest, wird den Sinn sicherlich leicht erfassen.

Der Knochenmann ist Teil einer ungewöhnlichen Ausstellung, die die Tabuthemen Tod und Sterben behandelt und von Pastoralassistentin Lisa Höppener zusammen mit fünf jungen Erwachsenen der Katholischen Kirchengemeinde St. Nikolaus konzipiert wurde. Zwar richtet sich die Erlebnisausstellung "todsicher.leben" in erster Linie an Jugendliche ab Klasse 9. "Aber letztlich ist jeder, der sich seiner begrenzten Lebenszeit stellen will und Lust auf eine Reise zu den eigenen Himmelsvorstellung hat, willkommen", sagt die junge Frau.

Gerne gibt sie Auskunft darüber, wie sie auf die Idee gekommen ist, dieses zweifelsohne nicht einfache Thema so aufzubereiten, dass es für junge Menschen interessant sein könnte. "Vor einigen Jahren gab es eine ähnliche Ausstellung, entwickelt von der Jugendkirche ,effata' in Münster, die dann später umgestaltet und in drei Kirchengemeinden gezeigt wurde. Und die hat mir selbst gut gefallen", erzählt die 25-jährige Lisa Höppener.

Während eines Praktikums im März im Weseler Bestattungsunternehmen Keunecke sei ihr bewusst geworden, dass Leben und Tod zusammengehören. Und nicht zuletzt während ihrer religionspädagogischen Ausbildung in der Gesamtschule Am Lauerhaas hat sie gemerkt, wie interessiert die Schüler an dem Thema sind, sich seiner eigenen Endlichkeit bewusst zu werden und daraus mögliche Konsequenzen für die verbleibende Lebenszeit zu ziehen.

Zu den Highlights der Erlebnisausstellung, an deren Beginn jeder einen Laufzettel erhält, gehört zweifelsohne ein echter Sarg, in den man sich reinlegen kann. Es besteht zudem die Möglichkeit, einen Koffer für die "letzte Reise" zu packen. Interessant ist sicher auch eine Station, an der jeder aufschreiben kann, was in seiner Todesanzeige stehen sollte. Auf die Frage, welche Formulierungen denn in ihrem Nachruf zu finden sein müssten, lacht die Pastoralassistentin. "Es sollte schon betont werden, dass ich gerne mit Menschen zusammen und schnell für Dinge zu begeistern war. Und er müsste die Botschaft an die Hinterbliebenen enthalten: ,Sie ist bei Gott'".

Übrigens: Den Besuchern die Möglichkeit zu gegeben, die Botschaft des Evangeliums als Hilfe zum Leben und auch im Angesicht des Todes zu erfahren, ist ebenfalls Teil der Ausstellung.

Klassen, die die Ausstellung besuchen möchten, können sich bei Lisa Höppener, Tel. 0281 3002669-310, oder lisa.hoeppener@sanktnikolaus-wesel.de melden.

Quelle: RP
 
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