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Karl-Heinz Haffke
Mit Qualität und Beratung der Konkurrenz trotzen

Wesel. WESEL Seine 74 Jahre sieht man Karl-Heinz Haffke wirklich nicht an. Noch immer sprüht der Weseler Unternehmer, dessen Sohn Marc (44) seit einigen Jahren das vor 80 Jahren in Hamborn gegründete Familienunternehmen leitet, vor Tatendrang. "Die Arbeit an drei oder vier Tagen in der Woche hält mich jung", sagt er. Den runden Geburtstag hat die RP zum Anlass genommen, um mit dem Seniorchef unter anderem über dessen Leben, natürlich über Mode und die Einkaufsstadt Wesel zu sprechen.

Der textile Einzelhandels klagt verstärkt über die Konkurrenz aus dem Internet. Sie auch ?

Haffke Wir als Fachgeschäft, das nur hochwertige Bekleidung verkauft, sind stärker von der Konkurrenz aus dem Internet gefeit als die Anbieter von eher schlichteren Produkten. Wir haben in unserer Kartei für die Geschäfte in Wesel und Bocholt gut 7000 Adressen und schreiben unsere vielen Stammkunden aus der Region vier Mal im Jahr an, um sie auf Neuerungen hinzuweisen.

Es ist also die persönliche Ansprache und der Service, mit dem man in Ihrer Branche punkten kann?

Haffke So ist es. Unsere Kunden möchten beraten werden. Dazu stehen 16 Voll- und Teilzeitkräfte bereit. Besonders freut mich persönlich, wenn jüngere Leute zu uns kommen und erzählen, dass sie in drei anderen Geschäften waren und selbst nicht verstehen können, warum sie nicht direkt den Weg zu uns gefunden haben.

Was suchen diese jungen Kunden?

Haffke Es ist so, dass Berufseinsteiger bei uns ihren ersten Anzug kaufen, ebenso Schüler das passende Outfit fürs Abi oder junge Herren ihren Hochzeitsanzug. Die älteren Semester haben oft schon genügend Anzüge und suchen verstärkt Freizeitkleidung.

Zwar herrschen aktuell noch sommerliche Temperaturen, aber der Herbst naht. Was sind die Trends in der dunklen Jahreszeit?

Haffke Schlank geschnittene Anzüge, die Sakkos werden etwas kürzer, die Hosen etwas enger. Das sehr stark taillierte Hemd wird offen getragen oder mit einer schmalen Krawatte.

Was tragen Sie besonders gerne?

Haffke (lacht) Ich trage jetzt im Herbst und Winter gerne Farben im Kontrast zu Dunkelblau und Anthrazit.

Hatten Sie eigentlich jemals einen anderen Berufswunsch, als in das elterliche Geschäft einzusteigen?

Haffke Eigentlich nicht. Nach der Real- und der höheren Handelsschule in meiner Heimatstadt Hamborn bin ich nach München in die Lehre ins Traditions-Modehaus Konen an der Sendlinger Straße. München war damals die Stadt meiner Träume.

Und warum sind Sie dort nicht geblieben?

Haffke Weil sich ein Aufenthalt bei einem Konfektionär in Lille anschloss und ich danach nach London gegangen bin zu Liberty an der Regent Street, dem sicher schönsten Kaufhaus der Stadt.

Hat es Sie nicht gereizt, dort zu bleiben, statt ins Ruhrgebiet zurückzugehen?

Haffke (lacht) Meine Eltern haben mich gerufen und als braver Sohn bin diesem Ruf gefolgt und 1965 ins Geschäft eingestiegen.

Wie lange sind Sie jetzt genau in Wesel?

Haffke Wir wollten uns Anfang der 70er Jahre vergrößern und sind - auch privat - nach Wesel gekommen, wo wir bekanntlich von 1972 bis 2012 als Mieter an der Korbmacher Straße waren und seit nunmehr vier Jahren als Eigentümer im Domviertel sind.

Da tut sich eine ganze Menge. Vor allem im gastronomischen Bereich.

Haffke Das stimmt. Wir sind sehr froh über das Café Kuchenzauber von Frau Rademacher und freuen uns auch auf das Café Extrablatt im früheren Dom-Café. Wir erhoffen uns dadurch eine deutliche Verbesserung des Standortes Brückstraße, der vor allem an den Markttagen besonders stark frequentiert ist.

Wie beurteilen eigentlich auswärtige Kunden die Stadt?

Haffke Unsere Stammkunden aus Mülheim, Duisburg und Oberhausen sind oft überrascht, wie positiv sich Wesel durch die neue Fußgängerzone entwickelt hat. Und das kommt uns natürlich auch zu Gute.

KLAUS NIKOLEI FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
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